Laufberichte 2011

 

13. Februar 2011

(9.Frostwiesenlauf in Burg)

 

Das Laufjahr 2011 fängt mit dem Frostwiesenlauf wieder an, offiziell natürlich. Jeder ist zur Vorbereitung auf seiner Hausstrecke schon gelaufen und hat wieder Einstiegserfahrungen gesammelt. Muss ja auch sein.

Wir werden per Email und News vorher informiert, dass die Streckenführung in diesem Jahr verändert wurde. Die allgemeine Hochwasserlage gab den Ausschlag. Also lassen wir uns überraschen.

Ich habe mich wieder für die 10 km NW angemeldet. Die 20-er Strecke gibt es auch noch. Aber als Rentner soll man es zum Jahresanfang nicht übertreiben. Es ist auch wieder ein Lauf ohne offizielle Zeitnahme. Zur Eingewöhnung ist dann im Ziel jeder ein Sieger.

Parkplatz ist gefunden und an der Anmeldung das übliche Gewusel. Ich nehme die Startnummer entgegen, Andere melden sich erst noch an. Bekannte vom vergangenen Jahr treffen auch ein. Dass sie mitlaufen, konnte ich schon aus den Teilnehmerlisten entnehmen.

Vor dem Lauf findet noch die Siegerehrung für die Walking-Serie mit Treppchen und Presse vor dem Landhotel statt. Die Urkunde, der Pokal und auch die Blümchen sind schon eine Anerkennung für die vielen Kilometer vom vergangenen Jahr. Auch die vielen Lauffreunde, die man kennengelernt hat, sind auf der positiven Seite zu verbuchen.

Die kleinen Zuwendungen werden im Auto verstaut und dann geht es zum Start.

Es ist wieder ein Massenstart - die Läufer vornweg und danach die Walker.

Tja, es ist hier auch wieder, wie im vergangenen Jahr. Walker und Nordic Walker laufen in einer Gruppe. Dabei sind die Walker eher den Gehern oder der Fraktion der abgebrochenen Läufer zuzurechnen. Ich will deren Leistung nicht schmälern, aber die Bewegungsabläufe haben hier mit den Vorstellungen vom Walken nichts gemeinsam.

Vielleicht schafft man es einmal, auch hier eine Trennung vorzunehmen. Zu wünschen wäre es und vernünftig, vom sportlichen Gedanken her, wäre es auch.

Das ändert aber nicht an der Tatsache, dass ich heute beim Frostwiesenlauf mitmische.

Der Himmel ist bedeckt, die Strecke ist schneefrei, die Temperaturen annehmbar. Die neue Streckenführung über den Damm des Nordumfluters lässt sich gut laufen. Wir walken gemeinsam mit den 20-ern bis kurz vor dem Zieleinlauf. Dann müssen die 20 km-Walker auf ihren zweiten Abschnitt und ich habe das Gefühl, es gleich geschafft zu haben.

Im Ziel wird jeder Walker und Läufer wieder begrüßt, darf dann seinen Flüssigkeitsspiegel wieder regulieren und bekommt als kleine Aufmerksamkeit, auch als Ausblick auf den kommenden Frühling, ein Primelchen geschenkt.

Die Dusche nehme ich noch mit, die Nutzung des Wellness-Bereiches lasse ich aus. Aber auch das gehört hier zum Laufservice. Die Veranstalter haben wieder einmal ganze Arbeit geleistet - Danke dafür.

Der Magen fängt verdächtig an zu knurren, also ab ins Auto und ein Tschüß bis zum nächsten Frostwiesenlauf hier am Ort - oder besser - bis zum Schneeglöckchenlauf im März.

 

 


 

 

19. März 2011

  1. Schneeglöckchenlauf in Ortrand)

 

Die Sonne meint es heute gut mit uns. Die Schneeglöckchen blühen noch. Es wird ja auch bald Frühling. Und ich fahre zum Schneeglöckchenlauf nach Ortrand. Es soll mein erster Lauf in Ortrand werden.

Die Kilometer bis dahin sind bald absolviert. Von der Autobahn runter werden wir durch Hinweisschild und einen Streckenposten gleich zu einem Parkplatz eingewiesen. Am Parkplatz auf der Wiese am Ortseingang auch Einweiser, jetzt schon alles gut organisiert.

Zur Lausitzhalle sind es nur wenige Meter. Ich hole mir Startnummer und Chip ab und schaue mich noch etwas um. Es ist alles vorbereitet und ich habe ja auch noch Zeit. Ich gehe noch einmal zum Auto, packe etwas um und nehme dann meine Sachen mit. Ein Spielmannszug ist eingetroffen, die „Peppinos“, ständige Begleiter der Laufszene, sehe ich auch. Das Gelände füllt sich langsam mit Aktiven und Zuschauern aller Altersklassen. Die Teilnehmerliste im Internet hat schon vermuten lassen, dass es heute etwas voller wird, als bei manch anderen Laufveranstaltungen. Auch bekannte Gesichter treffe ich, meine beiden ständigen Laufgefährten aus Cottbus, J. aus Dresden, auch S. von den „Alkoholfreien“ und N. aus Spremberg sind wieder da. Und natürlich viele, viele Andere, die man teilweise schon einmal bei anderen Läufen gesehen hat.

Zuerst werden die Knirpse auf die 400 m geschickt. Es ist rührend zu sehen, mit welcher Ernsthaftigkeit sie an den Start gehen. Einigen gefällt die Schneeglöckchenmedaille so sehr, dass sie sich gleich wieder für die 2 km aufstellen. Wenn diese Einstellung bleibt, dürfte uns um den Olympianachwuchs nicht Bange sein.

13:00 Uhr wird dann der große Pulk der Läufer auf die Strecke geschickt, und 2 Minuten später wir, die Walker. Und auch hier ist  das gleiche Spielchen, wie immer, zu bemerken. In die Jahre gekommene Geher und Läufer ohne Siegesambitionen auf ihrer ursprünglichen Strecke, versuchen sich hier auch als Walker und spielen ihren Vorteil, das Laufen ohne Stöcke, aus. Wann wird endlich mit dieser unsinnigen Gleichmacherei aufgehört!

Die Strecke ist gut vorbereitet. Wir laufen auf Asphalt, aber auch auf Feld und Waldwegen, fest oder aufgeweicht; auf freier Strecke oder im Wald. Jeder Kilometer wird angezeigt. Es ist alles Bestens organisiert. Straßen- oder Schienenübergänge sind durch Polizei und Feuerwehr abgesichert. Versorgungspunkte sind ausreichend eingerichtet. Den in Frauendorf nehme ich mit. Hier müssen wir kurz auf das Sportplatzgelände. Kleine Kalorienbringer und Getränke warten hier auf uns. Bis zum Ziel sind es jetzt noch  ca. 5,5 km. Da greife ich  zur Cola, nehme ein Stück Banane und schiebe mir noch ein Stück der aufgeschnittenen Pralienen (eine gute Idee) in eine Backenhälfte. Mag es unterwegs langsam zergehen. Es ist nichts dem Zufall überlassen worden.

Mein Tempo der ersten Hälfte kann ich auf der zweiten nicht ganz halten. Habe ja auch am Verpflegungspunkt einmal angehalten. Ich muss außer den „Stocklosen“ auch ein paar Wenige mit Stöckchen ziehen lassen. Aber bei meinen Jahresringen im Gesicht gehört das nun einmal dazu.

Fotografen nehmen berufs- und hobbymäßig von uns Kenntnis. Der Spielmannszug begrüßt uns auch unterwegs. So werden die 15 km eine recht kurzweilige Angelegenheit. Das Ziel kommt wieder in Sichtweite. Ich werde zum Halleneingang eingewiesen und erlebe meine erste Zielankunft in einer Sporthalle. Es ist schon ein schönes Gefühl, die 15 km geschafft zu haben. Dafür bekomme ich die bekannte und auch begehrte Schneeglöckchenmedaille umgehängt. Meine Zeit - 2:01:43,317 - kann sich auch sehen lassen. Ein halber Liter „alkoholfreies“ reguliert den Flüssigkeitpegel wieder etwas in den normalen Bereich.

Ich tausche den Chip wieder gegen Bares um, hole mir meine Urkunde ab und verschwinde unter der Dusche. Mit mir zufrieden trete ich die Heimfahrt an.

Dabei ist eine Frage offen geblieben:

Das Team „Erdinger alkoholfrei“ war mit einer großen Mannschaft am Start. Aber die meisten davon liefen nach mir durchs Ziel. Ist nun „Erdinger alkoholfrei“ wirklich gesünder? Zugegeben, es löscht den Durst. Aber den Gesundheitsfaktor werden wir wohl noch bei anderen Läufen „ausdiskutieren“ müssen.

In diesem Sinne - auf ein Neues. Der nächste Start ist schon in einer Woche beim Bergheider Seelauf. Es wird wieder eine Sprintstrecke von 6 km, (6 km am Stock gehen und sprinten - na ich weiß ja nicht).

 

 

 

26. März 2011

(10. Bergheider Seelauf)

Die Walking-Szene hat wieder gerufen, und ich bin wieder mit dabei. Die Veranstaltung ist aus geschrieben als Lauf "Um den Bergheider See". Das "Um" wurde erst einmal gestrichen, alle gefluteten Tagebau-Restlöcher müssen noch einmal auf ihre Sicherheit überprüft werden. Also wurde die Strecke verändert. Auch wurden wieder die Sportanlagen des Ortes Lichterfeld mit einbezogen, um eine vernünftige Organisation auch nach den Läufen zu gewährleisten. Ich finde, eine vernünftige Entscheidung. Allerdings kommen wir jetzt nicht mehr in den Genuss, mit dem Kopf im Nacken die F-60 zu bewundern.

Das Wetter - mal wieder ein Naja. Im Gegensatz zu den vorangegangenen Tagen gerade mal um die 5 Grad, keine Sonne mehr, der Himmel bedeckt und Regen ist angekündigt. Der Wetterbericht wird später stimmen.

Das Häuflein der unentwegten Walker ist auch mit hier - nein, nicht alle.. Das könnte zweierlei Ursachen haben. Einmal ist es Tatsache, dass manche Walker bei verschiedenen Wettbewerben mitlaufen und die Termine sich überschneiden. Es kann aber auch sein, dass ein 6 km-Walking weniger Punkte bringt als ein Halbmarathon und eben die sechs besten Läufe nur in die Wertung kommen. Da pickt man sich eben nur die Rosinen raus und stößt alle Anderen, die regelmäßig die Wettkämpfe bestreiten und auch für das Fortbestehen solcher Wettkämpfe sorgen, vor den Kopf. Was soll´s, so ist eben das Reglement und ich habe es nicht gemacht.

Der Start ist für 10:00 Uhr festgelegt und wir gehen unmittelbar nach den Läufern in die Spur. Das erste Teilstück ist ein Radweg mit Asphalt, dann kommt eine Schotterpiste im aufgeforsteten Tagebaugelände, danach ein festgefahrener Sandweg, dann wieder Schotter/Splitt und dann bis zum Zieleinlauf wieder der Radweg. Es ist also für jeden etwas dabei. Die Strecke ist mit einem Wendepunkt angelegt. Vor dem Wendepunkt kann man sehen, wie weit unser Abstand bis zur absoluten Spitze ist und nach dem Wendepunkt, dass wir auch ganz gut noch im Rennen liegen. Und wir sehen jetzt auch die F-60, diese imposante Abraumförderbrücke, die jetzt zu einem Kulturzentrum umfunktioniert wurde.

Ich laufe mit meinem ständigen Laufpartner Karl-Heinz zusammen. So geht es bis zum Ziel. Die Messeinrichtung ist schmal gehalten und gestattet nur einen Walker. So müssen wir den Zieleinlauf hintereinander passieren. Zum Schluss trennen uns 7 Hundertstel Sekunden. Der Regen hat inzwischen dem Wetterbericht Recht gegeben. Wir nehmen noch einen Tee mit. Dann holen wir unsere Urkunden ab.

Was jetzt kommt ist das Übliche - unter die Dusche, Sachen wechseln und dann die Heimfahrt antreten.

Der Regen bleibt auch auf der Heimfahrt.

Der nächste Lauf könnte schon wieder in einer Woche sein. In Crinitz ist Töpferfest, mit Topfmarkt und Topflauf. Dabei sind auch wieder 6 km-Walking dabei. Da könnte man ja eigentlich die Attraktivität eines solchen Laufes erhöhen. Ob ich mitmache? - mal sehen. 

 

 

 

 


 

  

 

03. April 2011

(24. Topflauf in Crinitz)

 

Der erste Sommertag des Jahres - allerdings schon Anfang April.

Ich dachte, ich nehme einfach einmal am „Crinitzer Topflauf“ teil. Der Topflauf hat hier schon Tradition. Aber wenn ich mir die Statistik anschaue, dann ist die Zahl der Walker/Nordic Walker rückläufig. Also ein Grund mehr, hierher zu fahren.

Der Laufgott meint es gut mit uns und schickt uns mit dem Hoch „Peggy“ das allerbeste Laufwetter.

Start und Ziel ist auf dem Sportplatz neben dem Waldbad - oder umgekehrt? Neee, kann es nicht sein, das Bad ist noch nicht eröffnet. Und das Wasser-Laub-Gemisch lädt nicht gerade zum Anbaden ein.

Die Anmeldeformalitäten sind schnell erledigt. Meine Online-Anmeldung liegt nicht vor, also wird eben noch einmal neu aufgeschrieben - na, und? Schwierig würde es bei mehr Teilnehmern werden. Startnummern gibt es auch nicht. Es ist ein „Walking-Lauf unter Führung von ...“ . So ist es an der Info-Tafel angezeigt. Es wird also ein ganz stressfreier Lauf bei bestem Wetter.

Das Gelände füllt sich. Ab und zu sehe ich auch ein paar Träger von Stöcken. Also bin ich neben der „Führungskraft“ nicht allein. Als die Startzeit heran ist, werden die Läufer auf die Strecke geschickt. Es ist schon ein ganz schöner Pulk, der sich dazu eingefunden hat. Den Starter ignorierend setzen sich danach die Wanderer und die Walker von selbst in Bewegung. Aber keiner meckert, keiner pfeift zurück - das ist Volkssport.

Die Walking-Strecke ist nicht markiert. Es wird nach den Vorstellungen/Hinweisen einer "Führungskraft" gelaufen.

Über die Straße nach dem Sportplatzgelände geht es auf einem Feldweg weiter. Auch hier haben wir wieder Zuschauer - neugierige Pferde und kleine kläffende Hunde. Aus dem Feldweg wird ein Waldweg, aus dem Waldweg ein Wiesenweg. Das Tempo entspricht einem geführten Walking. Mir ist es einfach zu langsam. Schon wenn ich nur den Schritt etwas länger mache, bin ich schneller. Ich nutze das aus und habe dadurch Zeit, stehen zu bleiben und von den anderen Walkern ein paar Fotos zu machen. Ich laufe wieder eine Weile mit. Doch dann wird es einfach zu langsam. Ich setze mich ab. Wenn die aufgebrachte Markierung zweideutig ist, orientiere ich mich wieder nach rückwärts und lass mir anzeigen, wie es weitergeht. Der Wiesenweg ist wieder ein Waldweg geworden. Das letzte Ende wird auf Asphalt absolviert, bevor es zum Zieleinlauf geht.

Als einsamer Nordic Walker vorneweg habe ich natürlich ungeteilte Aufmerksamkeit. Es gibt sogar ein Zielfoto. Die Zeit wird von der Stoppuhr abgelesen und mündlich übermittelt. Ich vergesse sie verständlicherweise sofort wieder. Ich warte noch auf meine Laufkollegen. Aber sie verzichten, über den Zielstrich zu laufen und verschwinden sofort - schade. Es ist eben alles etwas anders, als bei manchen anderen Wettkämpfen - einfach herzlicher und natürlicher. Da sollte man kleine Unregelmäßigkeiten sofort vergessen - aber nur, wenn man später nicht immer wieder daran erinnert wird. Mit dem Sport- und Hoffotografen Ronny Sch. treffe ich noch eine Vereinbarung: Ich schicke ihm meine Aufnahmen von der Strecke und ich bekomme dafür ein Foto meines Zieldurclaufes. Ich werde später meinen Teil dieser Vereinbarung erfüllen, der Herr Sch. wird  nicht einmal auf eine Mail antworten. Das ist aber seine persönliche Auffassung von Anstand.

Ich hole mir meine Urkunde ab, der Name wird von Hand eingesetzt, die eingetragene Streckenlänge widerspricht auch der Ausschreibung. Und dann bin ich nicht gewalkt, sondern gewandert (mit Stöcken) - so steht es zumindest auf der Urkunde. Das erklärt dann auch den Begriff "NORDERN Walking" in der Ausschreibung für die von mir absolvierte Disziplin. Dann gehe ich unter die Dusche. Aber das kennt man ja schon von anderen Läufen. Die Bratwurst vom Grill zum Abschluss ist neu, aber sie schmeckt.

Vom sportlichen Gesichtspunkt betrachtet war diese Teilnahme eine Fehlinvestition. Ein Trainingslauf vor der Haustür hätte mir mehr gebracht.  Ich glaube, der Crinitzer Topflauf ist für Nordic Walker, die den sportlichen Wettstreit suchen, nicht zu empfehlen.

 

16. April 2011

(9. BIOSPHÄRENRESERVATS-Walken/Nordic Walken in Lübbenau)

 

Der Spreewald ruft wieder zum traditionellen Spreewaldmarathon in allen bekannten Disziplinen, auf allen bekannten Strecken. Lübben, Lübbenau, Burg, Straupitz, Lieberose und Schlepzig sind wieder Austragungsorte. Dazu kommen noch die vielen ungenannten Orte, durch die sich die Wanderer, Walker, Läufer und Radler bewegen.

Die Walker beginnen, wie in jedem Jahr, mit dem Halbmarathon - 21 km Lübbenau - Burg - und zurück. Start und Ziel - der Marktplatz in Lübbenau. Das Wetter - am Anfang nur heiter, später heiter bis wolkig, kein Regen. Die Temperaturen, beste Lauftemperatur.

Durch die Anmeldung müssen alle durch, schließlich müssen die Transponder empfangen und die Leihgebühr und die Kaution bezahlt werden. Der Raum im Rathaus, der für die Anmeldung genutzt wird hat seine Kapazitätsgrenze erreicht. Wartezeiten bei der Anmeldung sind unvermeidlich, der Engpass sind die jeweiligen Eingangstüren zum und im Rathaus.

Toiletten muss man suchen oder erfragen, Hinweise sucht man vergeblich. Vom Marktplatz links, zum Bahnhof, wird man fündig. Auch hier wieder „Wartegemeinschaften“. Das soll ja die Kollektivbildung fördern. Wer nicht warten will/kann, schlägt sich in die Büsche - nicht gerade das, was wünschenswert ist. Ähnlich ist es mit Aufbewahrungsmöglichkeiten vor dem Lauf und Duschmöglichkeiten nach dem Lauf. Auch hier fragen, fragen, fragen ...

Aber erst einmal genug gemeckert.

Pünktlich 10:05 wird der Start angeschossen und ADI schickt uns wieder auf die Strecke. Es ist mein erster Halbmarathon als Nordic Walker - im vergangenen Jahr war ich noch hier als Wanderer. Ein paar bekannte Gesichter sind wieder mit von der Partie. Es geht erst einmal in Richtung Lehde. Der angezeigte, erste absolvierte, Kilometer wird begrüßt, haben wir doch NUR noch 20 km vor uns. Der Weg lässt sich gut laufen,ein Radweg entlang der Fließe bis Leipe. In Leipe das erst Büffet - ich lasse es aus. Nach Leipe geht es auf Asphalt weiter, danach wieder auf festgefahrenem Weg bis Burg. Die Verpflegungsstelle hier nehme ich mit. Etwas Flüssigkeit, ein Stück Schoko in den Mundwinkel gesteckt, kann unterwegs schmelzen. In Burg geht es auf dem Polenzweg weiter und nach der „Polenzschänke“ kommt der Hammer. Der Weg wechselt seinen Belag. Wir laufen auf querliegenden Betonelemente, so wie sie früher für Baustraßen, bzw. Wirtschaftswege verwendet wurden. Betonelemente hoch, Betonelemente tief, Zwischenraum groß, Zwischenraum klein - man muss schon aufpassen, dass der Stock oder der Fuß nicht hängenbleibt. Unterwegs wieder eine Verpflegungsstelle - wieder ausgelassen. Die Verpflegung klappt. So geht es dann bis zur „Wotschofska“. An der Verpflegungsstelle hier, etwas Flüssigkeit, ein Stück Banane. Irgendwie werde ich hier von einem Fotoapparat erwischt. Mal sehen, wo das Bild dann auftaucht. Ab hier lässt es sich wieder gut laufen.

Die Kilometer werden weniger, ich überhole Wanderer, Walker ohne Stöcke und auch Läufer sind an ihre Grenzen gestoßen. Die letzten 500 Meter sind Pflaster in Lübbenau bis zum Markt.

Der Zieleinlauf ist da. Ich werde registriert und bekomme die obligatorische Gurke von zwei netten Mädchen in Sreewaldtracht. Tradition wird hier aber auch wahrscheinlich, dass es keine Fotos vom Zieleinlauf gibt - zumindest nicht bei den Walkern - schade.

Eigentlich alles etwas ernüchternd. War es das? Keine Begrüßung im Ziel, nach dem eigentlichen Zieleinlauf ein Linksknick und sofort die Verpflegungsstelle. Zwei Tischreihen, links die Getränke, rechts der kleine Imbiss und dazwischen Läufer, Wanderer und Walker, die entweder etwas zu sich nehmen wollen, die etwas zu sich nehmen oder die noch einmal zugreifen wollen. Das Ganze eingerahmt von zwei Reihen Absperrgittern. Brauchen wir eigentlich bei einer solchen Veranstaltung einen solchen „Stauraum“? Vielleicht lässt sich mit den Stadtvätern von Lübbenau eine andere, bessere Lösung finden. Im nächsten Jahr ist ja ein Jubiläums-Marathon angesagt.

Es gab dann doch noch eine Begrüßung im Ziel. Meine Homepage hat erste Erfolge. Zwei Walkinger(innen) aus Forst melden sich bei mir. Ich hatte sie schon in der Anmeldung gesehen.

Nach Duschmöglichkeiten frage ich nun nicht mehr. Ich hole meine Teilnahmeurkunde und setze mich ins Auto. Ich hätte vielleicht auf dem Parkplatz noch ein paar Dehnungsübungen zum Abschluss machen sollen. Die Füße erinnern mich unterwegs daran. Ich werde beim nächsten Mal daran denken.

Beim nächsten Mal? Na klar, morgen ist 10 km-Walken in Burg.

 

 

 

 

17. April 2011

(9. Spreewaldmarathon in Burg)

 

Geschafft - der Spreewaldmarathon kann für dieses Jahr abgehakt werden. Abschluss für mich war der 10 km Nordic Walking-Lauf in Burg.

Der Halbmarathon von gestern steckte noch etwas in den Beinen, aber das sollte kein Grund sein, nicht zu laufen. So bin ich also wieder rechtzeitig in Burg eingetrudelt. Aus der Beobachtung vom vergangenen Jahr habe ich dieses Mal ganz in der Nähe der Radler-Scheune geparkt - ein Katzensprung bis zum Start und Ziel.

Die Anmeldung war ohne Wartezeit, die Startnummer 2202. Eine gute Zahl? Weiß ich nicht, bin ja nicht abergläubisch. Vielleicht sollte ich mir einmal aus allen bisherigen Startnummern einen Lottoschein basteln. Wenn es dann klappt, könnte ich ja an bestimmte Zahlen dann glauben. So bleibt es nur, darauf zu vertrauen, was ich will und was ich noch kann.

Der Trubel um Start und Ziel wird immer größer. Es sind nicht nur Aktive und deren Angehörige hier. Burg wird langsam zum sportlichen Wallfahrtsort. Da könnte es auch langsam Zeit werden, sich auch um einen Schutzheiligen zu kümmern.

Die Skater auf der Halbmarathonstrecke sind schon unterwegs und erreichen das Ziel. Ihnen ist auch hier schon der Beifall gewiss. Bei der Gruppe, die als erste das Ziel erreicht, gibt es noch kurz vor dem Ziel einen Sturz. Und das bei der Geschwindigkeit, die die Skater vor dem Ziel noch einmal erreichen. Ob das mit einem Schutzheiligen passiert wäre?

Die Cheerleaders im Ziel und die Peppinos am Anfang des Zielbereiches umrahmen wieder die Veranstaltung. Und natürlich ist ADI mit dem Mikrofon auch wieder mit dabei. Dazu kommen noch einige Verkaufsstände, alle auf diese Veranstaltung ausgerichtet.

Irgendwann werden auch wir zum Start gerufen. Vor uns starten die Läufer und dann sind wir an der Reihe. Nach dem Startschuss beginnt wieder das normale Gewusel, das bei einer solchen Starterzahl eigentlich normal ist. Die kleine Drängelei beginnt schon zum Erreichen der Startposition. Jeder möchte sich rechtzeitig der Kollision mit anderen Stöcken entziehen. Kleine Unhöflichkeiten sollte man dabei übersehen, sie kommen aber leider immer noch vor.

Die verkappten Geher und "abgebrochenen" Läufer ziehen sofort wieder davon. Der fehlende Bewegungsablauf mit Walking-Stöcken verbunden mit dem fehlenden Zwang einer sauberen Gangart gestatten eben ein höheres Tempo. Bis sich das Feld der "Stockmenschen" sortiert hat, sind sie schon 300 - 400 m voraus. Ich nehme mein Tempo auf, ohne irgendjemand vor mir unbedingt einholen zu wollen. Ich laufe für mich.Die Strecke ist bekannt, eine reine Flachstrecke auf Asphalt. Einige Walker überholen noch mich, weitaus mehr werden von mir überholt. Inzwischen befinde ich mich im vorderen Teil des Feldes. Der gestrige Halbmarathon in Lübbenau macht mir keine Schwierigkeiten mehr. Meine Befürchtungen waren also umsonst. Bisher weit vor mir laufende Walker, oder walkende Läufer? - kommen immer näher. Manche wollen ihre nachlassende Leistung und eine damit verbundene schlechtere Platzierung nicht wahrhaben und erlauben sich immer öfter kleine Laufeinlagen. Über Unsportlichkeiten machen sie sich keine Gedanken. Die Verpflegungsstellen lasse ich aus, ich habe keinen Bedarf. Zuschauer, ob einzeln oder in Gruppen spenden reichlich Beifall oder auch Aufmunterungen. So geht es bis zum Ziel. Der Zieleinlauf entschädigt wieder für alle Schwierigkeiten. Die Zuschauer applaudieren jedem Läufer der ins Ziel kommt.

Das ist einfach Burg.

Ein Dankeschön an diesen Ort, mit seinen Bewohnern und seinen Gästen. Ein ganz großes Dankeschön aber auch den Organisatoren und den vielen Helfern.

Ich verbessere meine Platzierung vom vergangenen Jahr, ich verbessere auch meine Laufzeit. Ich bin zufrieden - erst einmal. Karl-Heinz ist vor mir durchs Ziel gelaufen, Günter nach mir. Bei einem Krombacher Weizen -alkoholfrei- treffen wir uns nach dem Zieleinlauf, aber mit der Gurke am Band.

Nach der Dusche wird die Fahrt nach Hause eine kleine Burger Odyssee. Die Marathonis sind noch unterwegs und wir müssen auf nicht üblichen Wegen aus Burg herausfahren. Schließlich haben die Sportler an diesen Tag in Burg das Vorrecht. 

 


 

 

22. Mai 2011

(33. Elsterlauf in Bad Liebenwerda)

 

Ich habe mich wieder aufgerafft, um dem Elsterlauf einen Besuch abzustatten.

Es ist der 33. Lauf, am 22. des Monats, in Jahr 11. So war es in der Ankündigung zu lesen und so soll auch die Medaille gestaltet sein. Dann lass ich mich einmal überraschen.

Gut abgefüttert mache ich mich auf den Weg, schließlich liegen noch ein paar Kilometer Fahrt vor mir. Ich treffe auch rechtzeitig ein. Der Parkplatz ist aber ein anderer, als im vergangenen Jahr. Es muss weiter gelaufen werden, um zur Anmeldung zu kommen. Also Fahrthosen aus, Laufhosen an, Stöcke ausgepackt und dann zur Anmeldung. Sie ist, wie im vergangenen Jahr, auf dem Firmengelände des Mineralbrunnens. Der Obolus ist schnell bezahlt und die Startnummer angebracht. Ein paar bekannte Gesichter laufen mir (oder ich ihnen) über den Weg. Am Start machen die „Kiebitzstampfer“ schon ihre Aufwärmgymnastik. Ich habe dieses Mal keine Lust, mich dazuzustellen. Außerhalb des Geländes laufe ich mich etwas warm, dazu ein paar Dehnübungen - und dann ist auch schon die Startzeit heran.

Wir ordnen uns hinter den 11,5 km-Läufern ein. Schließlich laufen wir die gleiche Strecke. Eigentlich sollen wir 5 min hinter den Läufern starten, aber man schickt uns gleichzeitig auf die Strecke. Die Streckenführung ist die gleiche, wie im vergangenen Jahr - ein Stück Asphalt durch die Stadt, dann beidseitig an der Schwarzen Elster entlang, danach wieder durch die Stadt, ein Stück Wald, ein Stück Gartenkolonie, freies Feld und wieder auf das Firmengelände, dem Ziel entgegen. So kommen abwechslungsreich 11,5 km zusammen.

Wir haben Sommerwetter, Sonnenschein und fast schon wieder zu warm.

Ich hänge mich an Jens und Winne. Die ersten 5 km laufen wir auch zuusammen, dann lasse ich sie ziehen. Habe vielleicht doch schon ein paar „Jahresringe“ zuviel im Gesicht, um mit diesen „jungen Dachsen“ unbedingt mitlaufen zu müssen? In ein paar Jahren laufen sie dann aber auch in meiner Region, dann laufe ich aber bei den Ü90. Das sind Aussichten.

Mit zunehmenden Kilometern werde ich wieder etwas lockerer und halte meine Position bis ins Ziel.

Der Zieleinlauf bringt mir wieder volle Aufmerksamkeit. Es ist schon ein schönes Gefühl, wenn man es geschafft hat. Meine Zeit ist 12 min besser, als im vergangenen Jahr. Wahrscheinlich war das Treppensteigen beim Umzug vorher ein ausgezeichnetes Training. Aber vor jedem Lauf die Wohnung wechseln? - Neee, das dann auch nicht.

Die Medaille, die man mir umhängt, hält, was die Ankündigung versprochen hat. Der Flüssigkeitspegel wird wieder reguliert, der Vitaminspiegel auch normalisiert. Dabei bleibt immer noch Zeit, für ein paar kleine Gespräche.

In einem Punkt werde ich mich korrigieren müssen. Jens und Winne und auch Norbert, laufen für „Erdinger alkoholfrei“. Und die Beiden kamen heute vor mir durchs Ziel. Aber wegen den zwei Plätzen die Biersorte wechseln? - Nee.

Zum Europamarathon treffen wir uns alle wieder. Da werden wir das weiter ausdiskutieren. 

 

06. Juni 2011

(8. Europa-Marathon in Görlitz)

 

Ich bin wieder nach Görlitz zurückgekehrt.Vor zwei Jahren hatte ich hier meine Tour auf dem „Ökumenischen Pilgerweg“ begonnen. Das Wetter damals war ähnlich dem von heute. Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte und eine andere Disziplin -  das Laufen auf einem Pilgerweg.

Für heute habe ich mich zum 8. Europa-Marathon angemeldet, natürlich wieder als „Nordischer“ auf den 10 Kilometern. Wir fahren bei bestem Sommer-Sonne-Morgen-Wetter rechtzeitig los. Als Ziel ist der Parkplatz auf dem Obermarkt in Görlitz angegeben. Wir kommen an - alle Parkplätze belegt. Also eine Runde gedreht und dann ein Stück freien Straßenrand in unmittelbarer Nähe in Beschlag genommen. Der Gedanke dabei ist, wer zu solch einer Laufveranstaltung einlädt und mit über 1000 Gästen rechnen muss, wird bei kleinen Parkvergehen alle Augen zudrücken, zumal wir niemand behindern.

Zeit ist noch genug, die Laufsachen bleiben noch im Auto. Wir fragen uns zur Anmeldung durch. Parkplatz, Anmeldung und Start-Ziel-Bereich lässt sich mit einem kurzen Weg absolvieren. Leihgebühr für Chip bezahlen, Startunterlagen entgegennehmen und dann wieder über den Obermarkt zum Auto zurück. Überall an den Autos geöffnete Heckklappen oder Seitentüren. Man zieht sich um. Das ist eben so, wenn Läufer, Walker und Skater zusammentreffen. Leichte Laufsachen werden bevorzugt, wir werden heute im 30-er Temperaturbereich laufen. Am Auto wieder angekommen, schließe ich mich der Allgemeinheit dieses Tages und dieses Ortes an. Als ich damit fertig bin, ist der „Walkinger“ startbereit. Aber soweit ist es noch nicht. Also machen wir noch einen kleinen Schaufensterbummel im Marktbereich. Allein das, was wir dabei hier schon sehen, erklärt den Entschluss von Bärbel, hier noch einmal herzufahren - ohne Nordic Walking als Plan A. Ich glaube, die Fahrt wird dann teurer. Das soll aber nicht das Thema heute sein.

Im Startbereich treffen sich die alten Bekannten wieder - Norbert, Karl-Heinz, Günter, Winne und natürlich ich.Unser Start war ursprünglich auf 9:50 Uhr festgelegt, später wurde er geändert auf 10:10 Uhr. Und dann wird plötzlich das Feld der 10 km Läufer und Walker gestartet. Da sind wir aber noch im Zuschauerbereich. Also nichts wie über die Absperrung und dem großen Feld hinterher. Das kommt davon, wenn das Laufen im Vordergrund steht und nicht der erste Platz in der Startreihe. Wir könnte ja jetzt das Feld im Laufschritt einholen. Aber nee, das macht ein richtiger Nordic Walker nicht. Also rollen wir das Feld von hinten auf.

Der Untergrund ist fest - Asphalt, Pflaster Natur und Pflaster Beton, nur ein kleines Stück Schotter ausgefahren. Es gibt kaum Schutz vor der Sonne von oben. Die Strecke ist bei diesen Temperaturen Ü30 für alle eine Herausforderung. Vom Start weg geht es über die Neiße-Brücke auf polnisches Terrain. Kurz nach Kilometer 3 klaut ein Gullydeckel mir einen meiner Pads. Von da an hört man bei mir wieder das „Klick“ bei jedem zweiten Schritt. Es läuft sich aber besch...euert, wenn ein Pad fehlt und man den Stock nicht wie gewohnt einsetzen kann. Aber durchhalten ist hier die Parole. Bei Kilometer 5 ist der erste Versorgungspunkt aufgebaut. Ich nehme etwas Wasser zu mir. Auf der Gegenfahrbahn ist der zweite, den wir in Anspruch nehmen können, wenn wir den Wendepunkt bei km 6 passiert haben. Als wir nach dem Wendepunkt dort wieder vorbeikommen, ist für die Aktiven nur noch eine hässlich-süße Brauseflüssigkeit vorhanden. Ich verzichte. Dann geht es wieder in Richtung der anderen Neiße-Brücke. Wir sind wieder auf deutschen Territorium. Kurz hinter der Brücke der letzte Verpflegungspunkt. Ein Becher Wasser für Mund und Magen und der andere für Kopf und Rücken und dann geht es dem Ziel entgegen. Winne überholt mich noch auf dem Zielstrich - keine Achtung vor dem Alter. Aber er läuft sowieso nicht in meiner Altergruppe. Nach dem Zieleinlauf bekommen wir die Medaille. Vor mir steht ein kleines Mäuschen mit der Medaille. Ich gehe vor ihr auf die Knie und lasse sie mir umhängen. Sie ist sichtlich verwirrt. Wahrscheinlich hat das bisher noch keiner bei ihr gemacht.

Eine kurze Einschätzung nach dem Ziel - ehrlich? - ich bin etwas geschafft. Die Strecke, die Temperatur (man spricht von 31Grad) und der verlorene Pad haben mich gefordert. Und trotzdem bin ich schneller, als auf den 10 km zum Spreewaldmarathon.

Was jetzt kommt, ist das Übliche - Chip abgeben, Leihgebühr entgegennehmen, Urkunde abholen, zum Auto gehen, das nicht mehr Notwendige wegpacken oder in den Müllsack, die Tasche nehmen und die Dusche suchen.

Frisch aufpoliert suchen wir noch ein Straßenrestaurant auf. Das Mittagessen bei einem Weizen alkoholfrei ist eigentlich der Abschluss dieses Tages. Die Heimfahrt ist ohne Besonderheiten und der richtige Abschluss ist dann eben, wenn alle Sachen wieder aus der Waschmaschine kommen.

Schlussfolgerung.

 

  • - im nächsten Jahr wiederkommen - Reservepads immer mitnehmen und

- auf die eigene Versorgung mit Getränken verlassen

 

 

19. Juni 2011

(12. Lauf "Rund um die Schafbergschanze" in Großthiemig)

 

Ich bin in Großthiemig zum 12. Lauf "Rund um die Schafbergschanze".

Natürlich bin ich wieder zu zeitig losgefahren, deshalb habe ich jetzt auch den kürzesten Weg vom Parkplatz zum Start und Ziel.

Der Lauf "Rund um die Schafsbergschanze" ist für Flachland erprobte als anspruchsvoller Lauf ausgeschrieben. Die Bildserie vom vergangenen Jahr lässt das Streckenprofil erahnen.

Ich melde mich an, bekomme meine Startnummer, ziehe mich um und laufe einen Teil der Wettkampfstrecke ab. Es ist ein stetiges Auf und Ab auf Feld- und Waldwegen. Das Wetter hält zum Glück nicht das, was der Wetterbericht versprochen hat. Der Regen bleibt aus, es scheint sogar die Sonne zwischen den Wolken durch. Aber der Wind, der stimmt. Auf den freien Stücken der Strecke pfeift er ganz schön.

Im Start und Zielbereich treffe ich Jens und Karl-Heinz. Wir sehenn aber nur noch ganz wenige "Nordische". Am Start werden dann nur noch zwölf Stöcke gezählt.

Aus dem kleinen Gedränge am Start halten wir uns raus. Bei nur sechs Walkern ist das auch normal. Der Bürgermeister betätigt die Starterpistole, es wird gezählt, das Feld geht ab. Alle sind schon um die erste Kurve, da fällt erst der Startschuss. Soetwas kann auch vorkommen.

Schon nach den ersten Metern ist eine kleinere Steigung zu bewältigen, die schon bei dem einen oder anderen Läufer ordentlichen Krafteinsatz forderte. Eine sehr ortskundige Walkerin zieht sofort an und setzt sich an die Spitze. Nach dem ersten Anstieg laufen wir an ihr vorbei. Schade, wir hätten sie gern noch ein Stück begleitet.

Einzigartig beim Lauf in Großthiemig ist der Umstand, dass der Start im Land Brandenburg erfolgt, die Strecke durch das Bundesland Sachsen geht, um zum Schluss wieder in Brandenburg einzulaufen.

Bis ca. Kilometer 2,5 – 3 km laufen die 11,2 Kilometer-Läufer und die 5,3 Kilometer gemeinsam, danach teilten sich die beiden Strecken. Aber da wir sowieso die langsamsten Teilnehmer sind, haben wir damit keine Problem. Den Verpflegungspunkt unterwegs lassen wir auch aus. Über einen langen Feldweg ging es wieder in Richtung Großthiemig zum Ziel. Das Ziel schon in der Nähe, ging es etwas bergab, dann ein Stück durch den Wald und dann war der Sportplatz erreicht. Ein Stück auf der Gegengeraden, ein Stück Asphalt und dann ist das Ziel erreicht und wie drei "Ausländer" haben uns wieder.

Kurzes Luftholen, zwei Becher Schorle, ein Becher Tee und ein Stück Banane und der Kalorien- und Flüssigkeitsverlust ist etwas reguliert. Wir probieren einmal aus, wie es ist, nach einer solchen Veranstaltung auf dem Siegerpodest zu stehen. Die Reihenfolge stimmt auch, nur niemand ist da, um uns zu gratulieren. Die Teilnahmeurkunde mit Platzierung und gelaufener Zeit, rundet die gelungene Veranstaltung ab.

Frisch geduscht und um ein Lauferlebnis reicher geht es dann wieder zum Parkplatz.

Fazit des Tages:

Großthiemig war eine Teilnahme Wert. Ein Lauf ohne Hektik, ohne Zwischenfälle - vom verspäteten Startschuss abgesehen - mit viel Verständnis für alle Aktiven. Der einzige Wermutstropfen war hier die geringe Anzahl der Walker.

Vielleicht sollten hier alle Ausrichter und Organisatoren einmal umdenken. In der Ankündigung waren für die Walker 11,2 km möglich, bei der Anmeldung nur noch 5 km. In die Cup-Wertung der Walker gehen die sechs besten Läufe ein, in der Regel sind das die längsten. Da hat ein 5km-Lauf wenig Chancen, ein großes Teilnehmerfeld zu erreichen.

Wir waren aber trotzdem dabei.

Ein zusätzliches Danke auch an die vielen fleißigen Helfer am Rande, vor allem an die Kuchenbäcker und -bäckerinnen. Allein schon deswegen komme ich nächstes Jahr wieder.

 

 

 

15. Juli 2011

(Seenlauf 100 in Kleinkoschen - Halbmarathon 21,1 km)

 

Ein Lauf im Juli in der Lausitzer Seenlandschaft, das kann nur der Seenlauf 100 als Bestandteil der Lausitzer Laufserie sein.

Im vergangenen Jahr in Geierswalde bei 36 Grad (noch um 19:00 Uhr) - das wird wohl in diesem Jahr nicht erreicht werden.

Ich hatte mich noch nicht festgelegt, ob ich die 10 km oder den Halbmarathon laufe. Aber angesichts der laufbaren Temperaturen entscheide ich mich für die längere Strecke. Es wird mein zweiter Halbmarathon werden.

Rechtzeitig losgefahren, bin ich auf dem Parkplatz nicht der Erste, aber auch noch lange nicht der Letzte. So bleibt noch Zeit, die Anmeldung in aller Ruhe anzugehen und auch ein paar bekannte Gesichter zu begrüßen. Von der alten Garde, die sich immer wieder trifft, fehlt nur Günter. Sonst sind aber alle da. Geht es doch heute auf einen harten Kanten und der bringt in der Wertung Punkte. Startzeit ist für uns 18:00 Uhr, das Wetter heiter bis wolkig, nicht zu warm - aber es bläst eine steife Brise. Wer einen Lauf zwischen den Seen kennt, weiß um die Besonderheiten auf den freien Streckenabschnitten.

Alle Einrichtungen für diesen Lauf befinden sich in unmittelbarer Nähe, die Verantwortlichen haben ganze Arbeit geleistet. Jetzt schon ein Dankeschön dafür.

Der Start ist dieses Mal nicht ganz pünktlich, wir warten fairerweise noch auf Nachzügler, die sich in der Fahrzeit verschätzt hatten.

Der Start geht dann gleich zügig los. Die Nur-Walker - nein, hier muss ich mich verbessern: es sind keine Walker, es sind wieder Geher - ziehen gleich los. Wann hört endlich dieser Unsinn auf, Nordic Walker und Walker, die keine sind, in einer Wertung. Aber unser Tempo ist auch nicht ohne. Schon auf den ersten Kilometern trennt sich die Spreu vom Weizen. Das walkende Feld zieht sich auseinander. Schon am Kilometer 1 ist der erste Verpflegungspunkt. Das ist etwas ganz Neues. Aber auch die folgenden befinden sich in regelmäßigen Abständen. Man wird also auf dieser Strecke keinen "Hungerast" bekommen oder gar verdursten. Das leicht wellige Gelände mit einem Nur-Aspalt-Belag verlangt Einiges von uns ab, der Wind tut sein Übriges. Da kann es schon vorkommen, dass der Wind sich einen der leichten Walking-Stöcke greift und zwischen die Beine schiebt. Also aufpassen ist auch hier angesagt. Trotzdem, er kühlt auch etwas.

Ich muss meine Pads wechseln. Die, die ich für diesen Lauf ausgesucht hatte, halten nicht durch. Sie sind durchgewalkt und butterweich geworden. Ich steige auf härtere um. Es geht dann. Für diese Asphalt-Strecke sind einfach härtere Pads notwendig, die aber schon einmal den obersten Bast verloren haben.

In unserer Gruppe läuft einige Zeit einer der Nur-Walker mit. Aber irgendwann muss er uns ziehen lassen.  Inzwischen sind auch die Halbmarathon-Läufer auf der Strecke. So werden wir von ihnen überholt, oder wir begegen uns vor oder nach dem Wendepunkt. Ungefähr 1,5 km vor/nach dem Wendepunkt ist wieder ein Verpflegungspunkt. Den letzten Verpflegungspunkt, 1 km vor dem Ziel?, lasse ich aus. Er hätte sollen lieber nach dem Zieleinlauf stehen. Na ja, vielleicht beim nächsten Mal.

Der Zieleinlauf entschädigt wieder für die Mühen auf der Strecke. Der Sprecher kündigt das Kommen an. Trotz der späten Stunde werden wir noch von vorhandenen Zuschauern begrüßt. Die Zeit wird bekanntgegeben und unmittelbar nach dem Zieldurchlauf erhalten wir unsere Erinnerungsmedaille.

Etwas verschnaufen, sich von den vor mir angekommenen gratulieren lassen und dann den Flüssigkeitspegel regulieren mit einem "Erdinger alkoholfrei". Dabei gibt es wieder Gespräche mit den Freunden,aber auch mit den anderen Läufern und "Nordischen", mit denen man schon früher einmal ein paar Worte gewechselt hatte - oder auch nicht. Die Laufgemeischaft ist schon eine große Familie.

Was dann kommt, ist das schon Bekannte. Die Tasche nehmen, die Dusche aufsuchen, Sachen wechseln und dann die Heimfahrt antreten.

Fazit des Tages:

Mit meinem Laufergebnis bin ich zufrieden. Ich habe meine bisherige HM-Zeit um fast 9 min unterboten

Auf solch einem harten Kanten müssen die besten Schuhe ran, nicht die gewohnten Treter.

Es lässt sich sicher noch etwas verbessern, aber Kleinkoschen ist eine Wiederholung Wert.

 

 

13. August 2011

(3.Panoramalauf in der Sächsischen Schweiz - Halbmarathon 23,9 km

von Bad Schandau nach Hinterhermsdorf)

 

Es ist Sonnabend, 08:00 Uhr. Wir stehen an der Bushaltestelle in Hinterhermsdorf und warten auf den Bus, der uns zum Start nach Bad Schandau bringen soll. Wir, das sind die Läufer, Walker und Wanderer, die am Panoramalauf teilnehmen werden. Abfahrt ist für 08:15 Uhr festgelegt. Wir warten, und der Bus lässt auf sich warten. Dafür kommt ein kräftiger Regenschauer von oben. Alles flüchtet und stellt sich unter.

Der Bus kommt, oder besser - ein Bus kommt. Alles rein in den Bus. Es stellt sich aber heraus, das ist nur der Linienbus, nicht unserer. Also alles wieder raus aus dem Bus und erneut untergestellt. Es sickert durch, unser Bus hat in Bad Schandau auf uns gewartet, ist aber schon unterwegs. Der Regen hat ein kleines Einsehen mit uns und wird schwächer.

Unser Bus kommt. Es ist einer der roten Oltimerbusse, die hier in der Gegend eingesetzt werden. Mit einer reichlichen halben Stunde Verspätung fahren wir gen Bad Schandau.

In der Anmeldung und in der Information zwischendurch war ja alles bestens beschrieben worden.                                                                                                         Start in Bad Schandau, Ziel in Hinterhermsdorf, Bustransfer, Gepäcktransfer. Es war an alles gedacht worden. Da die Zeit mit Anreise etwas knapp geworden wäre, waren wir einen Tag eher angereist, hatten Quartier in Tschechien genommen. Das Auto wurde dann am Lauftag nach Hinterhermsdorf gefahren. Schließlich wollte ich ja nach dem Lauf wieder zurückfahren, um am kommenden Tag wieder hier zu sein. Bärbel musste in Hinterhermsdorf bleiben und dann auf mich warten, bis ich über den Zielstrich „gewalkt“ bin.

In Bad Schandau kommen wir auf dem Parkplatz vor dem Elbhotel an. Es regnet weiter. Aber hier ist nun einmal unser Start. Normalerweise sind die Gäste des Elbhotels anders angezogen als wir. Uns stört das aber nicht. Es wird sich dort umgezogen, ausgeruht oder sich für die Läufe vorbereitet. Die Anmeldung für uns findet draußen statt. Es sind dort auch Tische, Stühle und Schirme vorhanden, die etwas Schutz bieten. Und da kommt ein kleines Problemchen. Sachen anlassen und warm bleiben bis zum Start, oder ausziehen bis auf die Laufsachen und wieder kalt werden? Der Regen hat ein Einsehen mit uns, er hört auf - vorläufig. Also ausziehen, die Sachen in den Kleiderbeutel, den wir bekommen haben, und ab zum Gepäcktransfer.

Der Start für uns ist 10:15 Uhr. Vor uns werden die Läufer auf die Strecke geschickt. Dann geht es los. Vom Elbufer aus wird ein Stück der Stadt mitgenommen und dann kommt der erste Hammer. Es geht die 95 Stufen hoch auf die Ostrauer Scheibe. Eigentlich sind es noch mehr Stufen. Die Treppenabsätze kann man eigentlich nicht als solche bezeichnen, es sind steile Minianstiege. Ein Wanderer macht hier zwischendurch immer eine Pause. Wir dürfen aber nicht. Wir laufen weiter über die „Schöne Höhe“, teilweise auf der Straße, später auf dem Radweg. Und hier erwischt es uns voll. Der Regen setzt ein und wird innerhalb kürzester Zeit zum Wolkenbruch. Ich laufe mit Karl-Heinz zusammen. Irgendwann haben wir den Kanal voll. Wir nutzen dann erst einmal ein Bushäuschen als Unterstand. Aber auch hier drückt der Wind den Regen rein. Schließlich sagen wir, was soll es. Wir werden so nass und auch so nass. Also raus aus aus dem Bushäuschen, rein in den Regen, runter von der Straße, rein in den Wald und ab nach oben. Hier kommen uns wahre Sturzbäche entgegen. Tiefe Wasserlöcher wechseln mit freigespülten Wurzeln ab. Wir müssen aufpassen immer die richtige Trittfläche zu erwischen. Der Weg führt in Richtung Falkenstein und später vorbei an den Schrammsteinen. Irgendwann hört der Regen auch auf und wir haben eine schöne Aussicht. So viel Zeit sollte man sich auch bei fast 24 km gönnen. Die erste Verpflegungsstelle haben wir natürlich mitgenommen. Nur schade, dass kein heißer Kaffee oder Tee im Angebot war. Fast vergessen, wir sind ja beim Panoramalauf und nicht auf einer Wanderung eines „Kukidentvereines“. Also weiter und die Wärme von innen heraus erzeugen. Über den Zeughausweg und den Unteren Affensteinweg laufen wir in Richtung der Affensteine. Auch den Verpflegungspunkt hier nehmen wir mit. Wir nehmen eigentlich alle Verpflegungspunkte mit - überflüssig, das noch einmal hier zu berichten. Dann geht es über die Zeughausstraße bis zum Zeughaus. Der Weg führt mal hoch dann wieder runter. Mal sagen die Oberschenkel „hallo“, dann wieder die Kniegelenke. Schön ist es, wenn man im Tal einen kleinen Bach sieht. Schlecht ist es, wenn über diesen Bach eine Brücke führt, über die wir auch müssen. Dann geht es steil abwärts und ebenso steil wieder hoch. Laufzeiten wie beim Spreewaldmarathon werde ich hier wohl nicht erreichen. Nach dem Zeughaus ein weiterer Verpflegungspunkt, der uns noch einmal die nötigen Kalorien für den nächsten Streckenabschnitt gibt. Auf dem Saupsdorfer Weg geht es dann bis zur Thorwalder Brücke. Wieder ein schöner Abschnitt runter und hoch . Und dann geht es nur noch hoch. Schließlich ist das Ziel in Hinterhermsdorf - und das liegt oben. Am letzten Verpflegungspunkt wird noch einmal etwas Flüssigkeit getankt. Schließlich laufen wir auf der Lindigtstraße aus dem Wald heraus uns passieren das Ortseingangsschild. Wir haben nur noch 1 km. Im Ort geht es erst bergab, dann bergauf, eine Linkskurve und dann ist das Ziel erreicht.

Wir werden herzlich von ADI begrüßt und bekommen die Medaille überreicht.                                                                                                                                     Wir haben es geschafft!

Bärbel begrüßt mich mit Küsschen, musste sie doch hier fast 7 Stunden auf mich warten.

Mit Karl-Heinz belegen wir den 6. und 7. Platz total und den 2. und 3. in der Altersklasse. Aber das sind nur Zahlen. Von den zig-tausenden Walkern insgesamt, von den tausenden Walkern der Regionen Brandenburg und Sachsen waren wir diejenigen, die zu diesem Lauf überhaupt erst angetreten waren. Nur das zählt. Deshalb auch noch ein ganz großes Lob dem Letzten dieses Laufes. Nein, er ist nicht Letzter geworden. Er hat in der großen Gemeinschaft der Walker einen sehr achtbaren Platz belegt.

Nachdem sich der Puls wieder beruhigt hat, wird die Dusche aufgesucht, die Sachen werden gewechselt und dann geht es zurück ins Quartier. Zum Abendbrot im „Ritter“ (U Rityre) treffen wir Karl-Heinz wieder. Bei einigen „Halben“ Staropramen machen wir Laufauswertung.

Rechtzeitig gehen wir dann in die Horizontale, denn am nächsten Tag warten noch einmal die 15 km auf uns.

Die Organisatoren dieses Laufes hatten hier wieder einmal ganze Arbeit geleistet. An sie und alle Helfer ein ganz großes DANKE.

 

 

 

 

14. August 2011

(3.Panoramalauf in der Sächsischen Schweiz – Grenzwalk 15 km

von Hinterhermsdorf über Tschechien nach Hinterhermsdorf)

 

Wir haben Sonntag, den 14. August. Das Programm für heute ist der Grenzwalk über 15 km mit Start und Ziel in Hinterhermsdorf. Erstaunlicherweise hat der gestrige Lauf über fast 24 km bei mir kaum Auswirkungen hinterlassen, noch nicht.

Die ganze Nacht hat es wieder geregnet. Die Luft jetzt früh ist noch feucht. Wir fahren nach Hinterhermsdorf. Der Start ist auf 11:00 Uhr festgelegt. Am Startplatz treffen wir uns alle wieder die Walker von den 23,9 km und den 10 km von gestern. Na ja, nicht alle. Zumindest sind alle die da, die sich schon bei den anderen Läufen immer wieder treffen.

Am Start ordnen wir uns ein zuerst die Läufer, dann die Nordic Walker/Walker. Pünktlich werden wir mit den Läufern auf die Strecke geschickt.

Natürlich auch hier das gleich Spielchen, wie bei allen anderen Läufen. Die verkappten Geher setzen sich sofort an die Spitze. Sie sind aber keine Walker, sie kommen hier nur unter, weil sie Wettkämpfe unter Ihresgleichen scheuen. Vielleicht sehr harte Worte jetzt, aber sie müssen einmal sein. Wir, die echten Nordic Walker, kennen inzwischen alle unser Leistungsvermögen und akzeptieren es auch.

Nach dem Start geht es auf einer Asphaltstrecke ein kleines Stück bergauf und dann ein langes Stück steil berab. Hier müssen die Kniegelenke Schwerarbeit verrichten. Hier bilden sich auch sofort kleine Gruppen. Ich laufe in einer Drergruppe mit. Eine "Sportlerin" hinter uns macht sich lautstark bemerkbar. Wir nehmen an, dass es eine verspätete Läuferin ist, und machen ihr mit ihrem flotten Laufschritt Platz. Dann die Überraschung, sie ist keine Läuferin, sie ist eine Walkerin mit der Startnummer 306.Unsere Hinweise auf einen sauberen Laufstil beantwortet sie mit einer äußerst unpassenden Bemerkung. Sie muss noch mehrmals aufgefordert werden, sportlich fair zu laufen. Sie kann es nicht. Später sieht wohl ein, dass sie mit ihrer Auffassung von sportlicher Fairness allein dasteht, und wir überholen sie wieder. Und so verliert sie uns aus den Augen.

Aber auch der Dritte in unserer kleinen Gruppe, mit der Startnummer 630, hat Schwierigkeiten mit Bergab-Strecken. Es verfällt dann jedesmal in einen Laufschritt, um den Anschluss nicht zu verlieren. Mein lieber Laufbruder, verstecke Deine Medaille, drehe immer Deine Urkunde um und erzähle niemand, wie gut Du angeblich gelaufen bist, sondern schäme Dich, dass Du diese kleinen Anerkennungen überhaupt angenommen hast.

Für diese Gegend typisch geht es einmal hoch und dann wieder runter. Wir laufen jetzt auf aufgeweichten Waldwegen. Oftmals weichen wir in den Wald aus, weil der Schlamm doch den ganzen Weg für sich beansprucht. In Sichtweite der ersten Verpflegungsstelle muss ich abreißen lassen. Die zweite Tasse Kaffe zum Frühstück meldet sich jetzt und fordert ihren Tribut. Als ich  wieder an meine beiden Mitläufer herangekommen bin, geht der linke Schnürsenkel eigene Wege und ich muss wieder zurückbleiben. Den Grenzübergang nach Tschechien bekommt man kaum mit, wenn man nicht auf die hüfthohen Steine am Weg achtet. Es kommt wieder ein steiler Anstieg mit einem groben Schotterbelag. Ich überhole hier eine Läuferin, die sichtlich mit diesem Belag ihre Schwierigkeiten hat. Später, auf einem geraden Streckenabschnitt läuft sie wieder zu mir auf und ich passe mich ihrem Tempo an. Am Vortag hatte sie noch in ihrer AK das Einzelzeiutfahren der Radsportler gewonnen. Steffi mit der Startnummer 255, Du warst für mich eine tolle Partnerin auf diesem Streckenabschnitt ich danke Dir. Ich habe meine beiden Laufkameraden überholt, da entwickelt auch der andere Schuh sein Eigenleben. Und wieder stehe ich am Wegrand. Dieses Mal mache ich aber unlösbare Knoten an beiden Schuhen. Nun laufe ich allein weiter und komme wieder heran. Und dann kommt dieser steile Abstieg zu einem Bach, die Treppenstufen sind steil und rutschig, das Geländer hat es einmal gegeben. Ich kann mich gerade noch einmal abfangen, aber plötzlich ist die Luft weg. Ich pumpe wie ein Maikäfer auf dem Rücken. Das muss die Phase des Laufes sein, bei dem mein Pulsmesser piept und mir 182 Schläge später anzeigen wird. Der Aufstieg auf der anderen Seite des Baches ist natürlich auch wieder steil, ohne Stufen und wird schließlich auch hinter mir gelassen. Den Verpflegungspunkt nehme ich voll in Anspruch. Von jetzt ab bis Hinterhermsdorf geht es fast nur noch bergab. Die ganz leichten Anstiege sind nicht mehr erwähnenswert. Ich laufe vom Weifberg herunter die Alte Nixdorfer Straße bis in den Ort. Dann ist das "Haus des Gastes" in Sicht, ich sehe schon die Einweiser. Tief Luft holen, das beste Gesicht aufsetzen, eine Rechtskurve und ich bin im Ziel. Hier werde ich von Bärbel, aber auch von meinen Lauffreunden begrüßt und beglückwünscht.

Ich habe es nicht nur geschafft, sondern ich bin auch geschafft. Drei Unterbrechungen, dreimal immer wieder heranlaufen haben ihre Wirkung hinterlassen.  Die Medaille habe ich mir heute wirklich verdient. Das erste Flüssigkeitsdefizit wird gleich mit Cola ausgeglichen. Nach der obligatorischen Dusche lasse ich meine Beine einmal richtig durchkneten. Eine Potsdamer und eine Bratwurst runden den Tag erst einmal ab, vorläufig.

Wir fahren in unser Quartier zurück. Die Sportsachen kommen zu den gestrigen dazu , die Waschmaschine wird sich freuen. Der restliche Flüssigkeitsverlust wird am Abend ausgeglichen.

Das Resümee dieser beiden Tage:  

Der neue Veranstaltungsort hat es in sich. Die Stecken sind bei allen Wetterbedingungen schwierig und schön. Ohne Vorbereitung geht hier aber gar nichts. Die Strecke von Bad Schandau bis Hinterhermsdorf ist länger, bei der Grenzwalk-Strecke sind die An- und Abstiege dafür härter. Die Veranstalter und ihre Helfer, auch die Verantwortlichen des Ortes haben eine hervorragende Arbeit geleistet. Von uns "Nordischen" auch hier ein ganz großes Danke.

Das Negative, aber auch das einzige dabei, ist das Verhalten und die Unsportlichkeit einiger der sogenannten Walker. Sie vollbringen auch eine sportliche Leistung, ohne Abstriche. Aber wenn sich bei Walken/Nordic Walken angemeldet wird, dann wird sich auch in dieser Form bewegt. Dem nur-walkenden, siegendenden

 "Laufbruder"  sei noch ins Stammbuch geschrieben: Du bist kein Walker,zumindest nicht in der Anfangsphase eines jeden Laufes. Deine Frau walkt, Du läufst sehr grenzwertig. Du bist zeitweise ein Geher, aber Du bist der Einzige, der das nicht wahrhaben will. Sportler, der Du ohne Zweifel bist, mit Deiner Auffassung vom Walken, halten aber andere Walker ab, sich an unseren Wettbewerben zu beteiligen. Du hast Dich für den "2. Mühlbacher Landschaftslauf" angemeldet? Laufe diesen Lauf als Nordic Walker. Zeige uns, was Du wirklich drauf hast. Ich bringe auf alle Fälle für Dich in paar Stöcke mit. 

 

 

 

 

04.September 2011

(2. Mühlbacher Lndschaftslauf)

 

Die Gemeinde Mühlbach im Müglitztal hat zum 2. Mühlbacher Landschftslauf eingeladen und dieser Lauf ist auch ein Wertungslauf in der TK-Walking-Serie. Also sind wir wieder mit dabei, auf dem Sportplatz im Müglitztal. Wir sind hier mit die Ersten, können uns deshalb auch in aller Ruhe einen Parkplatz am Sportplatz aussuchen. Für die Walker sind die Strecken 5,5; 9,2 und 16,8 km vorgesehen. 16,8 km in dieser landschaftlich schönen Gegend lässt man sich nicht entgehen. So treffen nach und nach bekannte und unbekannte Gesichter wieder ein. Die „Altherrenriege“ , die auch die TK-Walking-Serie anführt, ist da natürlich fast komplett vertreten.

Umziehen, ein paar Kalorien noch aufnehmen, die Anmeldeprozedur und die kleinen Schwätzchen untereinander - es ist wie bei allen Läufen, wenn man sich schon länger kennt.

Das Wetter spielt auch wieder mit, Sonnenschein, kleine Wölkchen und mit 26 Grad schon fast zu warm. Petrus, der Wetterverantwortliche „auf höchster Ebene“, muss früher auch ein Walker gewesen sein. Na gut, beim Panoramalauf mit seinem Wolkenbruch scheint er nicht seinen besten Tag gehabt zu haben. Aber heute zeigt er sich wieder gnädig.

Wir sind ein kleines Häufchen, dass pünktlich 09:30 Uhr auf die 16,8 km-Strecke geschickt wird. Sonst starten wir immer dazwischen. Aber heute, auf dem langen Kanten, lässt man uns als erste ran. Das Streckenprofil konnten wir schon aus der Ausschreibung ahnen. Und so geht es kurz nach dem Start auch gleich steil nach oben - 100 Höhenmeter auf ca. 1,5 km. Das ist schon ein kleiner Brocken, der zu bewältigen ist. Und hier trennt sich auch sofort die Spreu vom Weizen. Das Gelände ist abwechslungsreich: Wald, Wiese, Straße; der Belag ist abwechslungsreich: Waldweg mit und ohne Wurzeln, hoch und runter, mit und ohne Stufen; landwirtschaftliche Nutzwege mit und ohne tiefe Spurrinnen, mit und ohne freigespülte Steine und Schotter; Wege über Wiesen, abgemäht oder nicht und Straßen mit Asphaltbelag. Was wollen wir noch mehr, alle Läufe sind unter der Bezeichnung „Mühlbacher Landschaftslauf“ zusammengefasst. Bis ca. 5,5 km geht es mehr oder weniger bergauf. Dann müssen wir bis zum km 7 wieder fast auf Ausgangsniveau runter. Die Schuhspitzen bekommen dann wieder von den Zehen Besuch. Ein kleines „Zwischenhoch“ und dann noch einmal gaaaaanz tief runter auf die Ausgangshöhe beim km 8. Wie haben hier noch nicht einmal die halbe Strecke ansolviert!

Natürlich wissen wir, wenn man zwischendurch ganz unten ist, dass wir auf der anderen Seite wieder nach gaaaaanz oben müssen. Und das gaaaaaanz oben heißt, 180 Höhenmeter auf ca. 1,4 km. Das geht ganz schön in die Oberschenkel und die Luft wird auch knapp. Was dann kommt, ist ein ständiges Auf und Ab, aber mehr ein Ab - wir wollen ja wieder zu Ausgangspunkt. Ab km 15 geht es dann nur noch runter. Im Ziel sind dann Zwei geschafft - die Strecke und ich, Andere bestimmt auch. Die Medaille mit dem Bändchen in Sachsens Landesfarben und die Urkunde werden später daran erinnern, dass ich hier gelaufen bin. Rekordzeiten waren bei dem Streckenprofil nicht zu erwarten. Vergleichen könnte ich eventuell nächstes Jahr, wenn ich mich wieder hier anmelde.

Fazit des Laufes:

Allen Organisatoren und Helfern ein ganz großes „Dankeschön“. Die Organisation im Start-Zielbereich, die Ausschilderung der Strecke und die Organisation der Verpflegungsstellen waren nicht zu beanstanden.

Die 16,8 km-Strecke war schon etwas hart, ließ sich aber laufen (ich bin ja auch wieder angekommen). Es ist aber bei aller Härte eine schöne und abwechslungsreiche Strecke.

Dass die „Geh-Walker“ wieder ganz vorn liefen, sollte doch bei der Betrachtung der Zeitabstände zu den besten Nordic Walkern Anlass sein, noch einmal nachzudenken, in der Walking-Serie für 2012 beide Laufarten getrennt zu werten.

Bis zum nächsten Lauf - immer eine flotte Sohle und tschüß.

 

 

  

 

 

 

 

02. Oktober 2011

(32.Torgauer Teichelauf in Torgau)

 

Es ist noch früh am Morgen. Der Himmel ist strahlendblau und wir treffen in Torgau ein. Der 32. Torgauer Teichelauf steht auf dem Programm der Lausitzer Laufserie in der nördlichsten Region Sachsens. Dabei hat Torgau ebensowenig etwas mit der Lausitz zu tun, wie Abführtee in einem Samowar. Aber wir sind nun einmal hier. Dabei war die Anfahrt innerhalb der Stadt kaum ausgezeichnet. Eine Fragestunde an der Tankstelle schaffte erst Klarheit. Aber selbst unmittelbar vor dem Gelände des „Hafenstadions“ ein großes Transparent mit einem irreführenden Pfeil. Aber was soll`s. Wenn man sich die Ergebnislisten der bisherigen Jahre angeschaut hat, hat man gewusst, dass die Sachsen hier bisher dominiert haben und die Brandenburger Neulinge sind.

Wir wollen uns erst einmal anmelden, bevor der Ansturm der noch Kommenden auf die Startnummern beginnt. In dem blauen Containerkomplex geht es nicht. Aber wir erfahren gleich die sanitären Anlagen für uns. Nächster Hinweis, das rote Zelt auf dem grünen Rasen unter blauem Himmel bei glänzender Sonne. Neee, auch hier nicht. Hier können sich nur die Nachzügler anmelden. Gut, gehen wir eben dem nächsten Hinweis nach - das gelbe Vereinsgebäude. Hier werden wir fündig. Obwohl online angemeldet, stehen wir nicht auf der Startliste. Aber unsere Tüten sind da. Und dann gibt es noch die zweite Startliste zwischen den Tüten. Also doch - deutsche Gründlichkeit, nur etwas durcheinander.

Das Stadion ist ein kleines Schmuckkästchen mit roter Tartanbahn, blauweißer Tribüne und einem super gepflegten grünen Rasen. Wenn man noch die Farbtupfer der immer zahlreicher werdenden Aktiven und Zuschauern dazurechnet, ist das Farbenspiel an diesem Tag komplett.

Die Herrenriege der Nordic Walker ist an diesem Tag wieder fast komplett. Dabei waren viele am Tag vorher beim Schwarzenberglauf mitgelaufen. Was nun kommt, ist eigentlich das Übliche. Ein paar Dehnungsübungen, ein wenig warmlaufen und dann so langsam zum Start pilgern. Wir starten zusammen mit den Wanderern, die sich gleich in breiter Front am Start aufgestellt haben.

Nach dem Startschuss müssen wir uns erst einmal durch die Wanderer durchschlängeln. Wir laufen erst einmal eine volle Stadionrunde und dann noch eine halbe auf der Tartanbahn, bevor wir auf Strecke gehen. Wir haben natürlich gleich wieder 7 Nur-Walker, oder solche, die sich dafür halten, vor uns. Selbst der Hinweis des Stadionsprechers noch vor Beendigung der Stadionrunde, veranlasst einen Extrem-Dauerläufer noch lange nicht, eine saubere und ehrliche Gangart einzulegen.

Und so sortiert sich dann auch wieder das Feld in „Walker“ und Nordic Walker. Nach dem Stadion laufen wir ein Stück entlang der vielen geparkten Fahrzeuge auf Asphalt, danach ein Stück auf einem Park-/Waldweg. Danach gibt es Stück Schotterpiste und dann wieder Waldwege. Es lässt sich gut laufen. Allerdings ist für einige hier Padwechsel von Vorteil.

Die Strecke ist gut markiert. Aufgesprühte Richtungspfeile oder Helfer geben uns immer die Richtung an. Also verlaufen ist hier nicht möglich. Auch die Sicherheit bei Straßenüberquerungen ist gewährleistet.

Ich merke, ich habe einen guten Lauf. Und so laufe ich auch noch an 3 Walkern vorbei.

Die 5 km-Marke kommt relativ schnell. Da weiß ich, dass es heute ein schneller Lauf wird, zumal die Strecke auch höhenmäßig einfach zu laufen ist. Irgendwann befinden wir uns wieder auf der bereits gelaufenen Strecke und können so einschätzen, wie weit es noch bis zum Ziel ist. Ich habe einen kleinen Schatten, weiblich, jung und eine Walkerin. Seit ich sie überholt habe, läuft sie hinter mir. Sie läuft als Walkerin einen sehr sauberen Stil. Als ich aber auf dem gefühlten letzten Kilometer noch einmal zulege, lässt auch sie abreißen - schade, dachte ich. Im Ziel ist sie aber wieder kurz hinter mir - alle Achtung. Wir kommen an der gleichen Stelle wieder ins Stadion, an der wir es verlassen haben. Das Ziel im Blickfeld und dann eine halbe Runde auf Tartan gibt noch einmal den letzten Kick. Und dann ist es geschafft. Vom Zieleinlauf wird es ein Foto geben und für die Gratulation an dieser Stelle ein Dankeschön.

Natürlich wird erst einmal der Flüssigkeitspegel wieder erhöht und anschließend etwas für Muskeln und Gelenke getan.

Und damit bin ich aber auch gleich bei den Negativpunkten dieser Veranstaltung.

Es war ein 10 km-Lauf, für manche Läufer auch etwas länger. Es gab aber entlang der Strecke, trotz der, für diese Jahreszeit ungewöhnlichen, Temperaturen keine Versorgung mit Getränken. Zumindest ein Verpflegungspunkt wäre notwendig gewesen.

Die Streckenausschilderung hätte besser sein können. Außer der 5 km-Kennzeichnung war keine weiter km-Angabe vorhanden (in diesem Fall für Walker).

Dieser Lauf hat aber auch wieder die Unsportlichkeit einiger der sogen. „Walker“ (174, 151) bestätigt.

Ich empfehle allen Veranstaltern für die Laufserie 2012, die Walker und die Nordic Walker getrennt zu werten. Technisch ist das ohne großen Aufwand möglich. Mögen sie dann ihre Unsportlichkeit unter sich auswerten.

Fazit des Laufes:

Es war eine gelungene Veranstaltung an einem schönen Ort bei bestem Wetter. Den Veranstaltern, den Helfern, den Aktiven und den Zuschauern aus Torgau und Umgebung ein herzliches Dankeschön.

 

 

22. Oktober 2011

(42. Branitzer Parklauf in Cottbus)

 

Ein strahlender Oktobermorgen - der Himmel blau, aber Dächer und Autos noch bereift. Es ist noch ein wenig kühl an diesem Morgen.

Auf dem Laufprogramm steht der 42. Branitzer Parklauf. Es ist eigentlich eine Veranstaltung für Läufer verschiedener Wertungen. Es sind aber auch Walker/Nordic Walker eingeladen.

Die Voranmeldung ist wie jedes Jahr, Walker müssen sich zu erkennen geben, dass sie mit Stöcken (oder ohne) laufen. Aber sie werden in den Listen als Läufer geführt. Klar, sind wir ja auch - nur eben etwas anders.

Rechtzeitiges Kommen sichert gute Plätze auf dem Parkplatz am Branitzer Badesee (weiß ich doch von den vergangenen Läufen). Der Parkplatz spendet reichlich Schatten, also bleibt die Windjacke erst einmal an. Ich gehe zum Org.-Büro und hole mir meine Startnummer ab. Beim 42. Branitzer Parklauf die Startnummer 42 - wenn das mal kein gutes Zeichen ist.

So nach und nach füllt sich der Parkplatz. Ab und zu sehe ich auch Walkingstöcke. Also muss ich nicht ganz allein laufen. Das hatten wir ja schon im Frühjahr des vergangenen Jahres. Ein paar bekannte Gesichter sehe ich, aber keine aus der Walkingszene. Die kleine Notiz in der LR und eine ganz kurze Mitteilung bei Antenne Brandenburg reichen eben nicht aus, um die vereinstreuen und vereinslosen Walker der 100 000 Einwohner-Stadt zu motivieren.

So wird dann das Starterfeld pünktlich um 10:00 Uhr auf die Strecke geschickt, vorn die Läufer und hinten die Walker. Strecke und Wendepunkte sind ja bekannt - eine Runde um den Badesee, dann vor bis zur Kastanienallee, Rechtskurve in die Kastanienallee bis zum Branitzer Park, links in den Park hinein, die kleine Runde im Park am Schloss vorbei, dann wieder bis zur Kastanienallee und zurück auf gleicher Strecke bis zum Ziel.

Ich habe vor mir einen stöckeschwingenden Walker, der sofort ein Sprinttempo vorlegt. Ich kenne ihn nicht, hänge mich aber an ihn dran und kann zu ihm auflaufen. Wir werden die ganze Strecke zusammen laufen. Ein paar langsame Läufer werden von uns überholt. Kommt doch ab und zu einmal vor, dass Läufer von Walkern überholt werden. Ich überhole auch meinen Laufpartner, dann ist er wieder neben mir. Ein paar Spaziergänger im Park bremsen uns aus, er hat die bessere Spur. Die paar Meter, die er vor mir läuft, hole ich nicht auf. Er läuft sehr stark. So geht es bis ins Ziel. Dort werden wir bei den Läufern mit gewertet. In meiner AK werde ich viertbester "Läufer". So wird dann auch das Ergebnis auf der Urkunde erscheinen. Mein zweiter Platz als Walker wird unterschlagen. Das ist eben Branitzer Parklauf, bei dem Walker eben nur mitlaufen dürfen. Ich laufe, dank meines Partners, meinen bisher schnellsten Durchschnitt - die 5 km in 36:56 min.

Das erste Mal über 8 kmh.

Der Empfang der Urkunde zieht sich wieder ellenlang hin. Erst nach den Siegerehrungen in allen Altersklassen, in allen Wettbewerben und auch getrennt nach Männlein und Weiblein ist der Rest der Läufer an der Reihe. Wahrscheinlich würden sonst die Geehrten allein um das Treppchen stehen. Diese Prozedur verbesserungswürdig? - bestimmt.

Für heute bin ich aber zufrieden.

Der nächste Lauf wird der Herbstwaldlauf in einer Woche in Dresden-Klotzsche sein. Mal sehen.

 

 

30. Oktober 2011

(54. Herbstwaldlauf in Dresden-Klotzsche)

 

Der vorletzte Lauf der TK-Walking-Serie ist der Herbstwaldlauf in Dresden-Klotzsche, ausgeschrieben über die Strecke von 6 km. Eigentlich ist hier wieder ein Mißverhältnis zwischen Laufstrecke und Anfahrtsweg. Aber man muss ja schließlich einmal alle Austragungsorte kennenlernen. Der Wetterbericht im Radio stimmt positiv, die Anfahrt ist ohne Komplikationen. Die Ausschreibung weist zwei Parkmöglichkeiten auf.

Im Nesselgrund, an vielen geparkten Autos vorbei, angekommen, setzt eine Straßensperre der Fahrt ein Ende. Das Auto wird in einer der ganz wenigen, noch vorhandenen Parklücken abgestellt - der Vorteil einer rechtzeitigen Ankunft.

Von hier aus geht es zu Fuß weiter. Der "Offizielle" an der Absperrung verspricht einen Fußweg von ca. 500 m, geht ja noch.

Im Nesselgrund sind Start und Ziel nicht zu übersehen, die Anmeldung ist ausgeschildert, Streckenabsperrung im Start-/Zielbereich auch schon vorhanden. Manches ist noch in Vorbereitung. Ich melde mich an, bekomme Startnummer 500 habe noch die üblichen Fragen für die Zeit noch vor und nach dem Lauf. Toiletten? - ein kleines Häuschen im nahen Kletterwald, Dusch- oder Waschmöglichkeiten? - keine vorhanden, und das bei mehr als 300 geplanten Aktiven (später sollen es 422 werden).

Später, am Auto wieder angekommen, stecke ich mir die Startnummer an, nehme Stöcke und Handschuhe und gehe den Weg noch einmal zum Start und Ziel. Und schon sind die ersten 1500 m absolviert - die zählen aber noch nicht. Der harte Kern der Walkingergarde findet sich auch ein, Jens, Norbert, Karl-Heinz. Ich glaube, die Walking-Szene wäre etwas ärmer, ohne uns.

Der Wetterbericht hatte Recht. Als wir pünktlich auf die Strecke geschickt werden, haben wir Sonnenschein. Das passt zu der Herbstfärbung der Bäume. Nach dem Start kommt ein gleich ein langgezogener Anstieg, dann wieder ein langgezogenes Bergab. Wir laufen auf einem asphaltlosen Rad- und Wanderweg. Es läuft sich gut. Die grünen Pfeile für die Walker geben uns immer die Richtung. Nach der Hälfte der Strecke ein Aufsteller, der uns den Wendepunkt signalisiert. Von jetzt ab kommen uns die mit uns gestarteten, aber nicht ganz so leichtfüßigen Walker entgegen. So geht es dann wieder bis ins Ziel. Dort nimmt bestimmt jemand unsere Zeit. Wir erfahren sie nicht, sie wird aber später in den Ergebnislisten stehen.

Eine nette Geste nach dem Zieldurchlauf - wir bekommen einen Tetrapack mit einem "Reloadtrink" überreicht. Das gab es bisher auch noch nicht - danke.

Das Waschen fällt ja nun aus. Organisiertes Wasser scheint im Klotzscher Nesselgrund Mangelware zu sein. Also genehmigen wir uns noch vor der Heimreise eine Bratwurst, den Grill haben wir schon vor dem Lauf gesehen und die Bratwürste auch im Kofferraum eines Fahrzeuges. Aber auch hier Fehlanzeige. Der Grill wird gerade mit Holzkohle bestückt, aber kalte, ungebratene Wurst schmeckt nicht. Also bleibt nur noch eines - Urkunde abholen und dann die Heimfahrt antreten.

Urkunde wird aber auch zur Fehlanzeige. Wir werden auf die nächsten Tage im Internet vertröstet. Mal sehen, ob das dann klappt.

Die Heimreise wird ungewaschen in Laufsachen angetreten.

Es bleibt zurück die Frage: Was wäre wenn ? ....

....wenn kein sonniges Herbstwetter, sondern Regenwetter gewesen wäre. Wo hätten sich die Aktiven umziehen können? Wo hätten sie ihre Sachen aufbewahrt?

....wenn im kommenden Jahr nicht nur 400, sondern 600 Aktive anreisen - viele davaon mit direkter Anreise, um sich danach Dresden noch anzusehen?

.... wenn noch mehr Aktive mit dem PKW anreisen? Wird dann Klotzsche zugeparkt?

Ich achte die Mühe und die Arbeit der Verantwortlichen und der Helfer - dafür ein Dankeschön. Für einen regional begrenzten Wettbewerb hat es auch gereicht. Aber bei einer Ausrichtung von Lauf- oder Cup-Wettbewerben sind einfach zu viele Fragen offen geblieben.

 

 

 

 

Dezember 2011

Nikolaus-Lauf in Senftenberg)

 

Es ist der letzte Lauf des Jahres in der Lausitzer Laufserie - der Nikolauslauf, rund um den Senftenberger See.

Den See kenne ich ja, allerdings nur im Sommer, wenn baden angesagt war. Aber eine ganze Runde um den See, und dann noch zu Fuß, und dann auch noch schnell? - das hat es für mich noch nicht gegeben. Hier jedenfalls noch nicht. Also wurden wieder einmal die Sachen gepackt oder gleich angezogen und das Auto, noch im Dunkeln, in Richtung Senftenberg in Bewegung gesetzt.

Start für uns ist 08:30 Uhr angesetzt, also kurz nach dem Hellwerden. Meldeort ist die Turnhalle in der Steigerstraße - muss auch erst gefunden werden.

Die Anmeldung ist vorbereitet, die Startnummer wird empfangen. Ob die 504 ein gutes Zeichen ist? - weiß ich jetzt noch nicht. Vorläufig werden erst einmal alle bekannten Gesichter begrüßt. Es sind doch immer wieder dieselben Walker, die sich zu solch einer Veranstaltung einfinden - Karl-Heinz, Winne, Jens, Volkhard, Sabine, ich natürlich auch. Aber einer fehlt doch - Norbert, er feiert heute seinen 60. und ist natürlich entschuldigt.

Wenn man die richtige Kleidung gewählt hat, haben wir heute Laufwetter, nicht zu warm, aber auch nicht zu kalt. Der Start ist auf der Seepromenade, die als Promenade oder als Radweg um den See führt, also Pflaster oder Asphalt. Da bleiben die Pads an den Stöcken.

Pünktlich werden wir auf die Strecke geschickt. Es läuft sich gut. Noch in Senftenberg müssen wir wieder runter von unserem Weg und der Baustelle für den neuen Hafen Tribut zollen. Laufen wir eben durch die Stadt. Die frühen Brötchenholer oder Hundeausführer schauen uns etwas irritiert hinterher. Nikoläuse in voller Montur, oder auch nur mit roter Mütze und dazu noch mit Walkingstöcken, sieht man hier auch nicht alle Tage. Am Stadtausgang hat uns der Radweg wieder. Der Weg führt ein Stück über freies Gelände und ist auch teilweise sehr glatt. Der Wetterbericht hatte da hier auch seine Lücken. Es hat doch Frost gegeben, wenn auch nicht überall. Wir laufen auf Kleinkoschen zu, am Ort vorbei und in Richtung Großkoschen. Und wieder eine Umleitung. Hier wird an der Verbindung zwischen Geierswalder und Senftenberger See und der Querung der Schwarzen Elster gebaut.

In Großkoschen geht es bis zum Kreisel, der richtige Abgang ist sichtbar ausgeschildert und wir sind wieder im Wald.

Kurz hinter der Anmeldung zum Familienpark überholt uns ein Bus. Er bringt die 8,5 km Läufer und Walker zum Start. Aber irgend etwas stimmt hier nicht. Die Ausschreibung verzeichnete für uns 17 km. Die Halbstreckenläufer müssten demzufolge lt. Ausschreibung bei 8,5 km starten. Das wäre auch der erste Verpflegungspunkt für uns. Aber an den 8,5 km sind wir schon vorbei. Wahrscheinlich haben die Umleitungen uns einen zusätzlichen Kilometer verpasst.

Am geplanten Verpflegungspunkt, weit voraus, der noch keiner ist, weil noch nichts aufgebaut ist, machen die anderen Läufer für uns eine Gasse. Ihre Startzeit ist noch nicht heran. Wir schauen nach dem Teekübel, der für uns noch nicht geöffnet ist und laufen weiter.

Irgendwann überholen uns die ersten 8,5 km Läufer. Das geht dann bis Niemtsch so. Das Leistungsspektrum scheint bei den Läufern sehr breitgefächert zu sein. Wir müssen durch den Ort. Vor Niemtsch der zweite Verpflegungspunkt spendiert uns einen Becher Tee zur Regulierung des Flüssigkeitspegels, und weiter geht es wieder in Richtung See. Wir laufen an der "Niemtscher Mühle" vorbei (ohne Laufaktivität schmeckt hier auch der Zander gut), dann geht es über den Parkplatz auf der Strandpromenade weiterin Richtung Senftenberg. Reichlich 1 km vor dem Ziel hören wir das Klack-Klack von padlosen Stöcken eines 8,5 km Walkers. Sollen wir uns von ihm noch kurz vor dem Ziel überholen lassen, von diesem jungen Dachs, der keinen Respekt vor uns alten bejahrten Walkern hat? Das darf nicht sein. Der letzte Kilometer wird zu einem Sprint und er schafft es nicht !

Im Ziel bekommen wir sofort eine Folie umgehängt, die uns vor Auskühlung schützt. Es ist eine sehr nette Geste des Veranstalters. Ein Stück Kuchen - oder auch mehr - und ein Becher Tee - oder auch mehr - füllen die Reserven wieder auf.

Der Lauf ist vorbei, die heiße Dusche danach eine Wohltat.

Ein Danke den Organisatoren, Veranstaltern und allen Helfern.

 

 

Allen Nordic-Walkerinnen und -Walkern einen guten Rutsch,

viel Glück, viel Erfolg und Gesundheit für das Jahr 2012.

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

    

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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