Laufberichte 2012

01. Januar 2012

(1. RUN4ONE in Lauchhammer)

 

Ein bombastischer Name für einen Lauf, der neu in das Programm aufgenommen wurde und der Auftakt der Laufserie sein soll. Aber hat man  sich das gut überlegt? Ein Aufruf als "Neujahrslauf" hätte vielleicht mehr Wirkung gezeigt

Was bedeutet eigentlich dieser Name, dieses Gemisch aus Buchstaben und Zahlen? - Rennen für Einen? - oder Rennen mit Einem?

Auf alle Fälle waren drei - noch einmal DREI - Walker am Start über 10 km. Selbst ortsansässige Walker/Innen wussten mit diesem Lauf nichts anzufangen. Und so wurden sie nur durch eine Teilnehmerin vertreten.

Ob man allerdings gut beraten war, Läufe zu diesem Zeitpunkt als einen Wertungslauf aufzunehmen, möchte ich hier nicht beurteilen. Bleiben doch solche Läufe dann von der Anlage her zu sehr regional begrenzt oder sind etwas für totale Antialkoholiker. Dabei sind die Aktiven in der Regel als ein feierfreudiges Völkchen bekannt. Aber nach einer feuchtfröhlichen Silvesterfeier sich gleich am Morgen oder Vormittag ans Steuer zu setzen, widerspricht der Vernunft.

Trotzdem, ein Dank an alle Organisatoren und Helfer.  Hut ab natürlich auch vor der Leistung aller Aktiven zum Jahresanfang, aber zur Saisoneröffnung sollte der Frostwiesenlauf bleiben. Er hat dazu nun einmal Tradition. Ein Neujahrslauf als regionale Veranstaltung - ja, als Wertungslauf - nein.

Aber das ist meine persönliche Auffassung, ein Abstinenzler wird darüber wohl eine gaaaaanz andere Meinung haben.

 

 

 

 

12. Februar 2012

(10. Frostwiesenlauf in Burg)

 

 Der Frostwiesenlauf ist schon ein Klassiker in der Lausitzer Laufserie. So kann man wieder ein „Volles Haus“ erwarten, zumal es der 10. Lauf ist.

Früh beim Aufstehen zeigte das Thermometer noch -18 Grad an. Also muss der Kleiderfrage etwas mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Eigentlich verrückt, bei diesen Temperaturen zu laufen. Aber es ist ja der „Frostwiesenlauf“, der 10. sogar. Da darf man einfach nicht fehlen.

Die zweite Überlegung ist die Anreise. Rechtzeitige Anreise garantierte auch einen Parkplatz in Startnähe. Aber das kenne ich ja schon von den vergangenen Läufen. Deshalb richte ich mich danach und bekomme auch noch einen Platz in Hotelnähe. Start und Ziel am „Landhotel“ in Burg ist eigentlich bekannt.

Ich gehe zur Anmeldung und erledige die Formalitäten. Startnummer 567 lässt Platzierungsmöglichkeiten offen, entweder davor oder doch wohl eher dahinter.

Die Aktiven trudeln jetzt auch so nach und nach ein. Viele bekannte Gesichter sind wieder dabei. Manche sieht man in diesem Laufjahr zum ersten Mal wieder. Dementsprechend fällt dann auch die Begrüßung aus. Es wird schwierig, die Übersicht zu behalten. Bei dieser Außentemperatur versammelt sich dann alles im Landhotel, und es sollen ja so an die 700 Starter werden.

10:30 Uhr ist dann für uns Nordic Walker der Abschluss des Laufjahres 2011. Wir dürfen das Podest im Innenraum erklettern und die Urkunden und Pokale entgegennehmen. Ein wenig konfus geht es dabei schon zu. Wer nicht in der Materie steckt, weiß nicht so richtig, wer wofür geehrt wird. Gesamtwertung und Altersklassenwertung gehen etwas durcheinander. Die Anderen, die mit uns nicht mitgewalkt sind, klatschen trotzdem. Natürlich, manche Wertungen sind immer noch etwas unreal, weil es einfach nicht in den Griff zu bekommen ist, Walker und Nordic Walker getrennt zu werten. Die Voraussetzungen sind nun einmal unterschiedlich. Egal, ich will ja „nur“ laufen. Wertungen, Urkunde und Pokal sind ein kleines „Dazu“, aber ein schönes.

Nun noch schnell die neue Planung und ein paar Flyer mitnehmen, Pokal, Urkunde und Flyer verstauen und dann auf den Start vorbereiten. Ich will heute die 20 km mitnehmen.

11:00 Uhr erfolgt der Start der Läufer, Walker und Wanderer auf allen Strecken. Es ist ein Erlebnislauf, jeder Aktive soll den Lauf, aber auch den Spreewald genießen können. Es gibt auch keine Zeitmessung und alle bekommen die gleichen Wertungspunkte. Bei manchen Aktiven kommt das aber auch nach 9 Läufen noch nicht an.

Natürlich ist es eine Standortbestimmung, wie man den Winter bisher überstanden hat. Aber muss ich dann als Nordic Walker mich ganz vorn in der Startreihe der Läufer aufstellen, mit meinen Stöcken herumwedeln und die Läufer gefährden? Die überholen mich dann doch alle. Also kann ich doch gleich bei den Walkern mitlaufen. Aber nein, dann kann ich ja das zweifelhafte Gefühl, an der Spitze zu laufen nicht auskosten und die Zuschauer an der Strecke sehen mich dann eben nicht als den „Besten“ (oder den Erstenbesten?). Lieber Freund mit der Nr. 641, Du denkst wieder einmal total verkehrt.

Wir laufen eine Weile mit den 10 km Aktiven zusammen und dann trennen sich unsere Wege. Der Straßenbelag ist gar nicht so leicht zu beurteilen - Sandweg, hartgefroren aber mit oder ohne Schneebelag und überwiegend Asphalt, mit und ohne Schnee. Da kommt schon die Frage: mit oder ohne Pads laufen. Schneelose Strecke, also Pads rauf - rum um die Kurve und wieder Schnee - also Pads runter. Aber es geht ja nicht um Zeit heute. Da macht man eben alles. Nur soll man nicht vergessen haben, den Sicherungsknoten am Schnürsenkel zu binden. Wenn die Schnürsenkel dann aufgehen, sind die Mitläufer ein ganzes Stück schon wieder weg und dann laufe ich eben allein, ohne Begleitung, weiter. Kenne ich eigentlich auch schon.

Die -18 Grad vom frühen Morgen sind auch nicht mehr da. Der Himmel blau, die Sonne pur, da pendelt sich die Temperatur so bei -7 Grad ein. Das wird dann auch auf der Urkunde vermerkt sein. Es lässt sich laufen. Ich laufen zu 2 Walkerinnen auf. Sie werden mir für ein Stück zu einer netten Begleitung. Dann sind es nur noch 5 km - nur noch. Ja doch, die Streckenausschilderung war schon einmal besser. Auch die letzten 5 km können eine lange Strecke werden, wenn man schon 15 km hinter sich hat. Die sehr lange Grippephase nach dem Nikolauslauf im Dezember zeigt jetzt ihre Wirkung. Mir fehlen doch ein paar Trainingskilometer. Aber es mussten ja unbedingt die 20 km sein.

Ich bin froh, als ich das Ziel erreiche. Das sieht aber keiner. Nordic Walker zeigen doch keine Schwäche. Es wird das beste Lächeln aufgesetzt, als ich mir die Medaille umhängen lasse. Es ist eine neue Medaille. Ein Schneeflocke am Band - schließlich ist es ein Jubiläumslauf. Da hat man sich etwas einfallen lassen.  Schnell noch ein Becher warmer Tee, etwas Trockenobst und dann ab ins Warme, die Urkunde in Empfang nehmen.

Die Kleidung ist durchgeschwitzt, also ganz schnell unter die warme Dusche und dann frische Sachen anziehen.

Liebes „Landhotel“, Ihr bekommt hier von mir eine knallharte 5 in der Bewertung der Laufnachsorgung.

Was nützt es, wenn wir als Anhang zum Lauf die Zusage erhalten, die Sauna und den Außenpool benutzen zu dürfen. Und dann bleiben uns aber zum Sachenwechsel nur ca. 6 m² ohne Ablage, in denen das Wasser schwimmt, für jeweils 10 – 12 Aktive – mehr passen nicht rein - und auch nur 2 Duschen mit eiskaltem Wasser. Vielleicht hat man mir nur auch eine falsche Dusche zugewiesen, das liegt dann aber nicht an mir und ich war auch nicht allein. Aber wir sind ja harte Kerle und duschen auch kalt – bleibt ja nichts weiter übrig, wenn man die nassen Sachen schon ausgezogen hat.

Der nächste Lauf ist der „Schneeglöckchenlauf“ in Ortrand. Da ist es dann schon wieder gaaaanz anders.

Bis dahin - putzt die Schuhe und die Stöcke schön - wir sehen uns wieder.

 

 

 

24. März 2012

(3.Schneeglöckchenlauf in Ortrand)

 

Ich hatte es ja versprochen, dass wir uns wiedersehen.

Ortrand hatte mit den Schneeglöckchen gebimmelt, und die Läufer, Walker, Wanderer, Radfahrer und Skater sind gekommen. Der richtigen Draht nach „ganz oben“ hat man auch gefunden und so haben wir ein bombiges Wetter - strahlendblauer Himmel und Sonne pur. Auch der Wind spielt mit, und so werden auch die Autos auf dem Parkplatz mit zunehmender Belegung von den Staubwolken verschont. Was will ich also mehr.

Im Kofferraum ist schnell sortiert, was ich zum Laufen brauche, aber es bleibt alles noch an Ort und Stelle. Ich habe etwas dagegen, auf dem „letzten Pfiff“ anzukommen und dann zum Bestandteil des organisierten Chaos zu werden. Also bin ich rechtzeitig abgefahren und habe noch viel Zeit. Ich gehe langsam zur „Lausitzhalle“. Dort ist, wie im vergangenen Jahr, die Anmeldung untergebracht. Vor den Tischen ist es fast leer. Die Transponderkaution ist schnell gezahlt, die Startunterlagen werden entgegengenommen und so bin ich nach ganz kurzer Zeit wieder aus der Halle. Auch ein Vorteil der rechtzeitigen Anfahrt. Später werden sich hier lange Warteschlangen tummeln.

Liebe Mitaktive, der immer wieder zu hörenden Rummaulerei über eine schlechte Organisation in diesem Bereich muss ich einmal widersprechen. Zusätzlich, zu den bekannten Helfern hinter den Tischen, waren auch noch zusätzliche Helfer zu sehen. Wer auch die online-Anmeldung genutzt hat, hatte auch ganz schnell seine Startunterlagen. Wer aber die angemeldete Teilnehmerliste mit den Ergebnislisten vergleicht, wird merken, wieviel Neuanmeldungen bearbeitet werden mussten - und das braucht eben seine Zeit.

Vor der Halle werden die letzten Vorbereitungen getroffen. Das aufblasbare Starttor der „Lausitzer Laufserie“ wird aufgebaut. Später wird sie durch das Tor von „Erdinger alkoholfrei“ ersetzt. Will man uns zeigen, was man alles hat oder hat sich hier der Sponsor durchgesetzt? Ist ja auch egal, auf die Laufwettbewerbe hat es sowieso keinen Einfluss. Die Lausitzhalle und das Gelände davor füllen sich langsam. Viele bekannte Gesichter von vergangenen Laufveranstaltungen sind zu sehen. Ich mache mich noch einmal auf den Weg zum Parkplatz, um die notwendigen Sachen zu holen. Im Umkleideraum ist die Anzugsordnung schnell geklärt. Es wird „kurz“ gelaufen. Alles Andere wäre bei diesem Wetter verfehlt. 20 Grad plus und Schneeglöckchen sollte schon ein Widerspruch sein, aber die 20 Grad geben den Ausschlag.

Ich nehme mir die Zeit, um den Kleinen und Kleinsten bei ihren Laufwettbewerben zuzuschauen. Es ist schon bemerkenswert, mit welcher Ernsthaftigkeit die Knirpse und Knirpselinchen an den Start gehen. Natürlich laufen bei Einigen die Muttis und Vatis mit. Aber auf der Zielgeraden in der Halle laufen sie alle allein. Das Schneeglöckchen tragen dann aber alle stolz nach dem Lauf. Ob das dann in zehn oder zwanzig Jahren auch noch so ist?

Inzwischen sind alle eingetroffen, alle haben sich begrüßt und ein paar Nettigkeiten werden immer wieder ausgetauscht. Ein Thema ist der veränderte Austragungsmodus für uns Walker. Hier hat man vom grünen Tisch aus entschieden, aber dazu schreibe ich noch extra.

13:00 Uhr ist unser Start über 15 km. Vor uns starten die Läufer und wir 2 Minuten später. So brauchen die Läufer nicht über unsere Stöcke zu springen. Der Weg geht bis Kroppen und darüber noch ein Stück hinaus auf festem Belag. Die Strecke kennen wir ja schon vom vergangenen Jahr. Die Straßenkreuzungen und auch eine Eisenbahnüberquerung sind gut abgesichert. Dann nimmt uns der Wald auf. Abzweigungen sind gut sichtbar ausgeschildert. Regelmäßige Versorgungspunkte erleichtern den Lauf etwas. Auch der Spielmannszug hat wieder im Wald Aufstellung genommen und bringt uns ein Ständchen. Auf den Waldwegen ist aber Aufpassen angesagt. Holzeinschlag und Holzabfuhr habe auf den Wegen ihre Spuren hinterlassen und die wechselnden Lichtverhältnisse „geben ihren Senf“ dazu. Aber es ist ja kein „Mimosenlauf“ ausgeschrieben. Und so laufen, oder besser walken, wir unsere 15 km am Stück herunter. Wir laufen zweimal über die Autobahn, einmal nach Frauendorf, einmal von Frauendorf. Die Autobahnbrücke ist dabei die größte Erhebung der gesamten Strecke. Als wir aus dem Waldherauslaufen, müssen wir nur noch über die Straße, eine Viertel-Stadionrunde und dann wieder zum Zieleinlauf in die „Lausitzhalle“. Vom Stadionsprecher werden wir vor der Halle empfangen, ein Foto wird während des Zieleinlaufes geschossen und nach dem Zieleinlauf bekommen alle - fast alle - das Schneeglöckchen am Band. Ich muss erst einmal nachfragen. Kann ja sein, dass gerade Schneeglöckchen nachgefasst werden mussten. Mit einem Kniefall aus Dankbarkeit J nehme ich dann diese hohe Ehrung entgegen. Klar, Spass muss auch bei einem solchen Lauf sein. Die Glückwünsche meiner Mitwalker nehme ich nach dem Zieleinlauf gerne entgegen.

Was jetzt kommt ist das, nach einem solchen Lauf, unbedingt Notwendige - der erste und der zweite Becher „Erdinger alkoholfrei“ zur Regelung des Flüssigkeitsspiegels, eine Handvoll Chips zur Ergänzung des Salzverlustes und ein paar Rosinen für den Zuckerhaushalt. Danach geht alles wieder seinen gewohnten Ablauf - Transponder abgeben, Kaution wiederholen, Urkunde empfangen. Danach kommen die Laufsachen in den Plastesack, die Dusche wird aufgesucht und mit frischen Sachen wird die Heimreise angetreten, nachdem man sich von den Anderen verabschiedet hat.

Ein Dankeschön noch einmal den Organisatoren, dem Veranstalter und den Helfern für diesen gelungenen Lauf.

Später werde ich die Zeit mit der vom vergangenen Jahr vergleichen - und das soll mir erst einmal Einer nachmachen. Für die 15 km habe ich die gleiche Zeit , wie im vergangenen Jahr gebraucht. Ich war nur um 88 Hundertstel Sekunden schneller. Tja, mit zunehmenden Alter werden wahrscheinlich die Leistungen konstanter J .

Das nächste Laufintermezzo wird in Lichterfeld sein, um danach im April zwei Tage sich beim Spreewaldmarathon die Schuhsohlen abzulaufen.

Also - auf ein Neues.

 

 

14. April 2012

(11.Bergheider Seelauf in Lichterfeld)

 

Petrus muss ein Nordic Walker sein. Ein strahlendblauer Himmel an diesem Tag lässt gleich gute Laune aufkommen und verdrängt die Erinnerung an das Wetter vom vergangenen Jahr.

Eigentlich heißt ja diese Veranstaltung "11. Lauf `Um den Bergheider See`". Aber für eine Veranstaltung um den See ist die Strecke noch nicht freigegeben und mit unseren sechs Walk-Kilometern kommen wir nicht einmal um den halben See. Also bleibt alles wie gehabt, nach drei Kilometern ist Wendepunkt und dann geht es zurück.

Im Vergleich zu anderen Läufen ist es ein kleines Häuflein der Unentwegten, dass sich hier eingefunden hat. Aber wir sind eben da !! Der Start ist 10:00 Uhr, geht auch pünktlich los und wir Nordic Walker ordnen uns hinter den Läufern ein. Ein paar altbekannte Gesichter fehlen, ein paar neue sind dabei. Das Fehlen hat auch wieder mit seine Ursache in der Veränderung der Regularien der Cup-Wertung.

Nein, liebe Organisatoren, hier habt Ihr der Walkergemeinschaft einen schlechten Dienst erwiesen. Das Taktieren der Walker sollte während des Laufes stattfinden und nicht schon bei der Anmeldung möglich sein.

Die ersten Meter nach dem Sportplatz laufen wir wieder auf dem Radweg. Aber schon nach einer kurzen Strecke geht es wieder ins Gelände. Die Strecke führt dann bis zum Wendepunkt am Bergheider See entlang. Es ist fester Boden ohne Asphalt und läuft sich einwandfrei. Nach dem Wendepunkt haben wir Blick auf die F-60. Bei klarem Wetter und Sonnenschein, wie heute, weckt das schon das Bedürfnis, diesen "liegenden Eiffelturm" einmal zu erklettern. Na ja, vielleicht später einmal.

Wir laufen heute fast alle ein ziemlich hohes Tempo. Das kleine Feld der Nordic Walker zieht sich dann auch sehr schnell auseinander. Kurz vor dem Wendepunkt kommen uns die Schnellsten schon wieder entgegen und nach dem Wendepunkt sehen wir auch den Langsameren ins Gesicht. Aber so ist das eben, wenn die Strecke kein Rundkurs ist.

Der Zieleinlauf ist wieder die kleine Gasse vor dem Sportlerheim, improvisiert aber wirksam. Die mitlaufende Zeit kann sofort eingesehen werden. Der Stadionsprecher begrüßt uns und dann ist der Lauf auch schon wieder vorbei.

Was jetzt kommt ist wieder das Übliche. Die Gratulation untereinander, kurz den Flüssigkeitspegel auffüllen, das Warten auf die Letzten und die Urkunde empfangen. Der Blick auf die Urkunde bestätigt die Vermutung - wir hatten einen schnellen Lauf. Gegenüber dem Lauf im vergangenen Jahr habe ich mich um eine Platzierung, aber auch um fast 5 Minuten verbessert. Da kann ich mich ja fast mit einem alten Wein vergleichen - der wird mit dem Alter auch immer besser. Wie gesagt aber nur fast, denn der Wein muss lagern, ich muss laufen.

Und deshalb gibt es schon kommende Woche, beim Spreewaldmarathon ein Wiedersehen.

Also dann - auf ein Neues und immer eine flotte Sohle.

 

 

21. April 2012

(10. Biosphärenreservats-Walken/Nordic Walken)

 

Petrus ist doch ein Nordic Walker.

Der Tag empfängt uns mit einem blauen Himmel und verspricht ein gutes Laufwetter. Die Außentemperatur plus Körperwärme werden später eine optimale Lauftemperatur ausmachen.

Lübbenau hat wieder zum Biosphärenreservatslauf für Läufer, Wanderer, Walker und Nordic Walker über die Halbmarathonstrecke eingeladen. Zusätzlich finden noch die Läufe für den Nachwuchs statt. Das Ganze ist Bestandteil des 10. Spreewaldmarathons 2012. Die Streckenführung ist wie in den vergangenen Jahren - Lübbenau-Lehde-Leipe-Burg-Lübbenau. Es wird ja davon gesprochen, dass diese Strecke der flachste Marathon mit 1,8 m Höhenunterschied ist. Da hat man aber bei der Bewertung die vielen Brücken des Spreewaldes vergessen, über die wir drüber müssen.

Der Marktplatz vor dem Rathaus füllt sich langsam. Viele bekannte Gesichter von vergangenen Läufen sieht man hier wieder. Dabei ist es gleich, ob es Läufer oder Walker sind. Man kennt sich nicht weiter, grüßt sich aber und wechselt auch ab und zu ein paar Worte. Das ist das Schöne an dieser großen Lauffamilie.

Der allgemeine Start ist für 10:00 Uhr angesagt. Wir Walker dürfen 5 Minuten später in die Spur. Schließlich sollen wir den Läufern mit unseren Stöcken nicht auf die Füße pieken. Vor uns durften allerdings schon die Wanderer auf die lange Strecke starten.

Natürlich werden wir wieder von ADDI, dem Urgestein des DDR-Fernsehens, auf die Strecke geschickt. Dem Spreewaldmarathon würde etwas fehlen, wenn er nicht dabei wäre. Früher hatte er im DDR-Fernsehen die Kinder-Sport-Sendung "Mach mit, machs nach, machs besser" moderiert. Heute bezieht er in seine Ansagen alle Altersgruppen mit ein. Ist auch gut so.

Mit dem Startschuss wird das Feld auf die Strecke geschickt. Und es geht gleich zügig los. Die Nur-Walker sind natürlich auch gleich wieder weg. Wie sollte es auch anders sein. Danach kommt das "Klack, Klack" der Walkingstöcke. Bei dem Einen ist es leise, wegen der Pads, bei dem Anderen etwas lauter.

Die ersten Lacher liefern Urlauber, ein paar der ewig über alles Mosernden, die felsenfest davon überzeugt sind, dass Walking-Stöcke den Asphalt zerstören und sie alles wieder bezahlen müssten. Sollen sie meckern, wenn es das Einzige ist, was sie noch am Leben erhält.

Es dauert nicht lange, dann haben wir Lehde erreicht. Am Fährhafen müssen wir wieder über eine Brücke am Freilandmuseum und dann geht es in Richtung Leipe. Es ist einer der schönsten Streckenabschnitte - ein Radweg mit einem festen Belag, aber ohne Asphalt, an einem der vielen Fließe entlang. Die Bäume des Hochwaldes spenden jetzt schon etwas Schatten. In Leipe ist der erste Verpflegungspunkt. Ein Iso-Getränk, ein paar Salzbrezeln und dann geht es durch Leipe in Richtung Burg. Ich habe mein schnelles Anfangstempo etwas gedrosselt, schließlich ist ja noch nicht einmal die Hälfte der Strecke absolviert. Einige Walker, auch Nordic Walker, ziehen an mir vorbei. Sie laufen aber alle nicht in meiner Altersgruppe. Tja, das Alter spielt eben doch ein Rolle J . Den zweiten Verpflegungspunkt nehme ich auch wieder mit. Hier wird nur der Flüssigkeitsspeicher aufgefüllt. Der Weg zur Polenzschenke ist lang, aber übersichtlich. Hier überhole ich die meisten der Wanderer. Nach der Polenzschenke kommt dann wieder der Hammerabschnitt dieser Strecke. Es sind die fast 7 km der Strecke, die mit querliegenden Betonelementen ausgelegt ist - teilweise eben (oder auch nicht), mit Zwischenräumen oder ohne, noch ganz oder schon gebrochen. Nicht nur dass ich aufpassen muss, wo ich hintrete, die Stöcke dürfen auch nicht in den Zwischenräumen steckenbleiben. Den Versorgungspunkt am 14 km lasse ich aus. Ich weiß, dass an der "Wotschowska" schon der nächste wartet. Und so geht es zügig weiter. Seit einiger Zeit habe ich einen "Schatten" hinter mir. Er überholt mich nicht, er spricht kein Wort. Er bleibt immer dicht hinter mir. Ich laufe mein Tempo weiter. An der "Wotschowska" werden noch einmal die Reserven für den letzten Abschnitt aufgefüllt. Es ist ein schmaler Radweg neben einem Fließ auf dem wir jetzt laufen müssen. Brücken über Fließ unterbrechen den gleichmäßigen Lauf. Einer der unverbesserlichen Meckerer auf einem Fahrrad will nicht begreifen, dass hier eine Sportveranstaltung stattfindet. Er weiß nicht, wie man eine Fahrradklingel bedient, aber er fühlt sich in seiner Freiheit als Nutzer eines öffentlichen Weges eingeschränkt. Es hat also keinen Zweck, sich mit einem solchen Menschen auseinanderzusetzen. Die letzten 500 Meter werden angezeigt, der Kahnfährhafen von Lübbenau ist in Sicht, die letzte Brücke wird passiert. Ich ziehe das Tempo an und überhole noch ein paar Wanderer. Dann ist das Ziel erreicht.

Eine junge Frau in der spreewaldtypischen Tracht überreicht mir die "Gurke am Band". Ein kleiner Imbiss, ein kühles alkoholfreies Hefeweizen, die Begrüßung und die Glückwünsche der Anderen und die Welt ist wieder in Ordnung.

Ich hole meine Urkunde ab. Ich war 3 Minuten langsamer als im vergangenen Jahr. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich fast die ganze Strecke allein gelaufen bin, aber ich bin ja auch ein Jahr älter geworden.

Mal sehen, wie es morgen wird - bei den 10 km in Burg.

 

 

22.April 2012

(10. Spreewaldmarathon in Burg)

 

Petrus hatte ein Einsehen mit den staubigen Schuhen von gestern gehabt und uns ein wenig Regen in der Nacht geschickt. Den Jubiläumslauf über 5 km als Nachtlauf mit Feuerwerk am gestrigen Abend habe ich ausgelassen. 1200 Läufer, Skater, Walker und Wanderer auf einer 5 km-Strecke bei gleicher Startzeit waren mir doch etwas zuviel Trubel. Burg hatte sich aber etwas einfallen lassen. Das muss man anerkennen.

Für den heutigen Lauf habe ich mir etwas vorgenommen.

Ich stelle mein Fahrzeug auf dem Parkplatz ab, hole Stöcke, Rucksack und Jacke aus dem Kofferraum und gehe langsam zum Start- und Zielbereich. Auf dem Platz vor der Schule ist schon mächtig Bewegung. Ich hole mir meine Startnummer ab, entrichte den Obolus und sehe mich erst einmal um. Start und Ziel sind aufgebaut, der letzte Verpflegungsstand nach jedem Lauf ist hier errichtet, Imbiss- und Getränkestände sind wieder dabei. Der Kaffeestand vom Wochenmarkt in Cottbus ist auch da. Ein kurzes Gespräch, und ich darf meinen Rucksack im Fahrerhaus deponieren. Ein Dankeschön dafür.

Ich schaue bei den "Peppinos" vorbei. Ihre Trommeln heizen jetzt schon richtig ein. Skater des Halbmarathon haben ihren Start. Auch das lass ich mir nicht entgehen. Dann laufe ich noch einmal alle Stände ab. Bis zu unserem Start ist ja noch ein wenig Zeit. Viele Bekannte von gestern haben sich auch schon eingefunden und so werden noch einige Worte gewechselt.

Ein paar Lockerungsübungen und das Einlaufen sind absolviert. Dann ist die Zeit heran.

Es sind über 700 Läufer, die vor uns auf die Strecke gehen. Dann kommen wir 170 Walker und Nordic Walker. Das Anfangstempo ist hoch und so sortiert sich das Feld sofort. Ich laufe im vorderen Bereich mit. Der Belag ist heute nur Asphalt und stellt somit keine besonderen Anforderungen. Die Streckenführung ist auch bekannt. So kann ich mich ganz auf die Mitlaufenden und auf mich selbst konzentrieren. Natürlich ist ein Teil der Nur-Walker schon weg. Und so laufe ich bald wieder allein. Ich werde noch überholt, und ich überhole auch. Es läuft ganz gut heute. Bald laufen wir in einer Dreiergruppe - Walkerin, Walker und ich. Es ist nicht gerade langsam, wie wir laufen, aber die letzten Reserven sind auch noch nicht gefordert. So nehmen wir Kilometer für Kilometer unter die Sohlen.

Wir werden von zwei Nordic Walkern überholt, er walkt sauber, sie kann sein Tempo nicht halten und verfällt immer wieder in einen Laufschritt. Fairness scheint bei der Läuferin mit der Startnummer 3163 aus Großpostwitz ein Fremdwort zu sein. Selbst einen Hinweis von uns kommentiert sie mit der Bemerkung, sie könne sonst das Tempo nicht halten. Ich verspreche ihr, dass ich sie hier "lobend" erwähnen werde. Obwohl sie dann nur noch walkt und hinter uns bleibt, aber was ich versprochen habe, halte ich auch.

Bald haben wir nur noch einen Kilometer zu laufen. Vor mir sehe ich einen "Nordischen". Nein, ich werde ihn nicht schaffen, dazu ist er zu weit weg. Aber näher ran will ich noch kommen. Und so verabschiede ich mich von meinen beiden Mitläufern und ziehe das Tempo an - und ich habe noch Reserven. Der Applaus der Zuschauer tut ein Übriges. Ich sehe das Ziel, ADDI kündigt uns an. Und dann ist der Lauf zuende.

Natürlich lasse ich mir auch hier wieder die "Gurke am Band" umhängen und hole noch meine Urkunde ab. Auch das "Krombacher Weizen" alkoholfrei ist wieder mit dabei, nicht nur eins J .

Fazit:

Es sind nicht nur diese 10 km geschafft. Der ganze Spreewaldmarathon ist vorbei.

2 Tage bei bestem Laufwetter, mit einer hervorragenden Organisation, in einer tollen Atmosphäre, in einer tollen Umgebung, mit ausgezeichneten persönlichen Ergebnissen lassen mich zufrieden sein.

Den Veranstaltern, den Organisatoren, den Helfern und allen Beteiligten, ob Aktiver oder Zuschauer ein herzliches Dankeschön.

Spreewaldmarathon 2013 kann kommen. Aber erst einmal steht der "Lausitzer Blütenlauf in Kamenz vor der Tür

 

 

   

6. Mai 2012
 

(14.  Lausitzer Blütenlauf in Kamenz)

 

Kamenz hat mich wieder - nein, nicht beim „Lausitzer Blütenlauf". Hier nehme ich das erste Mal teil. Aber Erinnerungen an viele, „gleichgekleidete" junge Menschen verbinden sich bei dem Begriff Kamenz. Das ist nun fast 50 Jahre her.

Heute will ich hier aber laufen, stimmt auch wieder nicht - ich will Nordic Walken.
Wenn man unserer Fortbewegungsart das Prädikat „Laufen" zuerkennen würde, dann könnte man uns ja auch einen Platz auf dem Siegertreppchen, bei entsprechender Platzierung natürlich, gestatten. Aber auch hier macht Kamenz keine Ausnahme. Und so haben wir wieder einmal Lückenfüllcharakter.

In der Beschreibung zur Veranstaltung sind Parkplätze zugewiesen, die aber einen etwas längeren Fußweg zu Start und Ziel aufweisen. Und so krame ich wieder in meinen „grauen Zellen" und erinnere mich an die ehemalige Busabfahrtsstelle in der Haberkornstraße. Und hier werden wir, Alt-Walker Karl-Heinz ist mit im Auto, sofort fündig. Eine Behördeneinrichtung und eine Physiotherapie mit gekennzeichneten Parkplätzen laden uns zum Parken ein. Es müsste doch mit dem Teufel zugehen, wenn in diesen Einrichtungen am Sonntag gearbeitet wird. Das wäre ein Novum in der deutschen „bunten Republik".

Also erst einmal die Anmeldeformalitäten erledigen. An der Klosterkirche St. Annen ist ein Info-Stand des „Dresdner Heidebogen" aufgebaut. Hier treffen wir auch gleich auf eine der guten Seelen des Orga-Teams, Kristina. Eine herzliche Begrüßung und dann geht es weiter zur Anmeldung in die Lessing-Schule. Hier erhalten wir die Startunterlagen. Aber momentmal - auf der Tüte steht 6 Euro Startgebühr, so stand es auch in der Anmeldebestätigung. Ich erhalte auch eine Startnummer mit meinem Namen und den bestätigten 6 Euro Startgebühr als Quittung auf einem Nebenabschnitt, aber ich muss noch eine Nachmeldegebühr bezahlen, weil meine Anmeldung nicht zählt. Dabei hatte ich lediglich nur den Zugriff auf mein Konto verweigert.  Für die Nachmeldegebühr bekomme ich aber keine Quittung. Das verstehe mal einer. Hoffentlich stimmt dann die Abrechnung.

Besser wäre, im kommenden Jahr bei der Anmeldung ein Schillerbild aufzuhängen. Wenn Schiller "Die Räuber" geschrieben hat, dann soll er auch auf sie aufpassen.

Wir laufen wieder zurück zum Auto und machen uns startklar. Aber wir haben noch etwas Zeit bis zum Start. Auf dem Platz vor dem Rathaus jede Menge Absperrgitter für die verschiedenen Veranstaltungen. Hauptveranstaltung ist das Duathlon - Laufen, Radfahren, Laufen.  Und Sicherheit geht vor.
Schließlich ist unsere Startzeit heran. Es ist ein kleines Häuflein (11 Walkerinnen und Walker), das Aufstellung nimmt. Und es geht auch sofort zügig los - nach dem Marktplatz links herum in Richtung Hutberg. Aber erst geht es einmal auf der gemeinsamen Strecke mit den 10 km-Läufern in Richtung Lückersdorf. Auch hier geht es schon hoch und runter. In Lückersdorf dann Kurve rechts und den Anstieg zum Hutberg hoch - für ungewohnte Flachländer schon eine kleine Herausforderung.
Der km 4 bis km 5 bringt dann eine kleine Erleichterung, es geht nur bergab. Aber auch das Bergablaufen muss gekonnt sein, vor allem, wenn man weiter sauber Walken will. Wir laufen den letzten Kilometer wieder über die Eisenbahnbrücke in die Altstadt von Kamenz mit ihrem „herrlichen" Kopfsteinpflaster. Die vorletzte Kurve vor dem Ziel lässt mich dann dieses Pflaster etwas näher betrachten. Aber es kommen ja noch Walker nach mir. Also den lädierten Stock in die lädierte Hand, wieder aufstehen und dann die letzten Meter bis zum Ziel im gewohnten Tempo laufen.
Ich habe nur einen Platz verloren, als ich über den Zielstrich laufe. Ich hole mir meine Medaille ab und dann brauche ich erst einmal einen Becher Wasser.
Ein Dankeschön an alle, die sich dann um mich bemüht haben. Ich glaube, Euer Schreck war größer, als mein eigener.
Was war es nun? Die Unebenheit des Pflasters, die Kurve selbst, etwas Sand auf den Pflastersteinen, das eigene Tempo? Ich weiß es nicht, auf alle Fälle ein kleine Unachtsamkeit. Der Adrenalinspiegel wird etwas heruntergefahren.
Wir holen unsere Wechselsachen aus dem Auto. Die Dusche in der Schule haben wir schon bei der Anmeldung entdeckt. Frisch geduscht, eine Bratwurst noch am Stand konsumiert („Kamenzer" in Kamenz gab es leider nicht) und dann machen wir uns auf die Heimfahrt.

4 Tage später:
Blessuren sind erfolgreich gepflegt, Korkbelag am Walkingstock repariert,
17 Trainings-km auf der Hausstrecke absolviert - es geht wieder.
Auf ein Neues - Bad Liebenwerda ruft am Wochenende zum „Elsterlauf" und ich bin wieder mit dabei

 

 

 

13. Mai 2012
(34.  Elsterlauf in Bad Liebenwerda)


 

Wieder einmal geschafft !  Wer- ich?  - nee, aber die 11,3 km in Bad Liebenwerda sind geschafft. Schließlich stand der 34. Elsterlauf auf dem Programm.
 

Die Anreise wie immer, rechtzeitig. Der Parkplatz befindet sich auf einer Wiese weiter als im vergangenen Jahr - also etwas weiter auch der Weg zur Anmeldung. Da bleibt also nichts weiter übrig, als alle Sachen, Stöcke und Tasche,  gleich mitzunehmen.
Anmeldung ist wieder in der Leerguthalle der „Mineralwasserdestille". Schließlich ist ja Brunnenfest in Bad Liebenwerda, und wir sind ein Bestandteil davon. Im Radio wurde ja auch in den Frühstücksnachrichten mehrmals darauf  hingewiesen.

 

Ich treffe Jürgen. Er hat sich schon angemeldet, leistet mir aber trotzdem Gesellschaft. Anmeldung ist schnell und komplikationslos vollzogen. Startnummer anbringen, Sachen ablegen - na ja, das Übliche vor dem Start. Aus der Anmeldung weiß ich, wer von der „alten Garde" noch kommt - und sie kommen auch: Gisela, Karl-Heinz,
Andreas, Volkhard. Ich nenne sie, wie ich sie getroffen habe.

 

In der Voranmeldung war Aufwärmung mit Konni angekündigt. Ist eigentlich jedes Jahr üblich. Das muss aber schon vorbei sein, zumindest bemerken wir davon  nichts. Auch der erhöhte Platz der „Vorturner" ist nicht zu sehen. Immer diese Einsparungsmaßnahmen.
 

Es ist inzwischen 10:00 Uhr. Die Läufer werden auf die Strecke geschickt. Eigentlich sollen wir 5 Minuten später starten. Aber wir werden unorganisiert am Schluss des Läuferfeldes losgelassen.
Liebe Organisatoren von BaLi - das war nix. Wir wollen in Zukunft wieder unseren eigenen Start haben.


Also walken wir los. Die Strecke wie immer - vom Betriebsgelände runter, Kurve rechts, auf der Straße stadteinwärts, noch einmal Kurve recht in Richtung Schwarze Elster, unter der Eisenbahnbrücke durch, links neben der Schwarzen Elster bis zur 3. Brücke, über die Brücke wieder in Richtung Stadt. Dann geht es durch den Kurpark, durch die Stadt, wieder in Richtung Schwarze Elster, über die Brücke am Verpflegungspunkt vorbei und jetzt wieder die schon gelaufenen Strecke zurück - fast bis zum Ausgangspunkt, aber nur fast. Wir biegen rechts ab in eine Seitenstraße, dann kommt der Wald mit einem Anstieg. Nach dem Anstieg Kurve links, raus aus dem Wald bis zur Straßenüberquerung, noch einmal eine Schleife durch den Wald mit Verpflegungspunkt, unter der Straßenüberquerung hindurch in Richtung Hauptstraße. Und jetzt haben wir nur noch 1 Kilometer.
Auch der wird noch geschafft und dann sind der 1000 Meter-Lauf mit 10,3 km Anlauf vorbei.


Die Glückwünsche der vor uns Angekommenen werden entgegengenommen, und den  nach uns auch Ankommenden weitergegeben. So ist das bei der Nordic Walking-Familie.
Der Flüssigkeitsverlust wird wieder aufgefüllt. "Liebenwerdaer Mineralbrunnen" bieten uns dafür einen Teil ihrer Produktionpalette an. Ein paar  Kraftreserven in Form von Bananenstückchen werden auch ergänzt. Dann geht es zum Urkundenempfang.

Die Urkunde gibt es wie immer - nur mit Namen und Zeit (wenigstens das), aber ohne Platzierung. Die Ausreden dafür sind wieder einmal hausgemacht.
Vielleicht sollte doch einmal ein Nordic Walking-Lauf für Verantwortliche und Organisatoren ausgerichtet werden, damit die Damen und Herren endlich einmal begreifen, dass Nordic Walking auch als Sport angesehen werden kann und jeder, der im Ziel ankommt, auch eine sportliche Leistung vollbringt. So sehen wir es jedenfalls.

 

Das BaLi-Intermezzo 2012 klingt dann mit duschen und Heimfahrt aus.

Ach so, BaLi ? - Wer es noch nicht weiß, das ist die Abkürzung von Bad Liebenwerda. Aber wer bei der Ankündigung des Gaudilaufes die Namen München und Schweinfurt liest - die Orte gibt es hier wirklich.

Na dann auf ein Neues bei Europamarathon in Görlitz.

 

 

3. Juni 2012

(9. Europamarathon in Görlitz)

 

 

Und da sind wir wieder in Görlitz. Der 9. Europamarathon steht auf dem Programm.

Für uns Walker sind wieder die 5 km und die 10 km ausgeschrieben, die 10 km sind bei uns in der Wertung. Also ist klar, auf welcher Strecke wir laufen. Die Temperatur ist laufmäßig, der Wetterbericht verspricht aber eine Regenwahrscheinlichkeit von 75%. Hoffen wir, dass wir unter die restlichen 25% fallen.


Wer es nicht allzu langsam angeht, hat das Problem mit der Parkplatzsuche. Auch wir drehen 2 Runden, bis wir in einer Seitenstraße das Auto abstellen können. Wir haben noch eine Stunde Zeit, ausreichend für Standortbetrachtung und Anmeldung. Die Anmeldung finden wir in einer anderen Schule, allerdings mit Umkleideräumen, Sachenaufbewahrung und Duschen unter einem Dach - ein Vorteil gegenüber dem vergangenen Jahr.


Wir holen unsere Sachen aus dem Auto, geben die nicht laufnotwendigen ab und machen uns für den Start fertig. Natürlich treffen wir auch hier wieder auf bekannte Gesichter der Walkingszene. Die Begrüßung fällt auch dementsprechend herzlich aus.


Die Startzeit ist heran. Den Richtungswechsel am Start kennen wir schon vom vergangenen Jahr und so können wir uns schon rechtzeitig einordnen. Aber auch die, die zu spät kommen, haben keine Nachteile. Schließlich wird hier die Nettozeit mitgemessen und auch dann gewertet. Natürlich gibt es auch hier wieder die „Selten-Wettkämpfer", die noch nicht wissen, dass die Läufer, die mit uns zeitgleich starten, sowieso schneller sind. Vielleicht klappt es noch einmal, dass wir erst starten, wenn die Läufer den Starbereich schon verlassen haben. Es wäre für die Läufer, aber auch für uns besser.


Tja, und dann geht es auch schon los. Die Strecke ist wie im vergangenen Jahr - ein Stück durch die schöne Altstadt von Görlitz bis herunter auf Neiße-Niveau und dann über die Brücke und schon laufen wir in Polen. Die Neißepromenade ist gut einzusehen und so können wir von hinten das jetzt schon weit auseinandergezogene Band der Läufer betrachten. Aber auch wir Walker/Nordic Walker sind ein nicht zu übersehendes Häuflein. Nur müsste ich mich umdrehen, um alle zu erfassen. Beim Laufen sich nach hinten zu orientieren macht man doch nicht. Nach 2 km ist für uns schon die erste „Straßenbar" aufgebaut. Etwas Flüssigkeit und schon geht es weiter. Irgendwann trennen sich die 5 km Walker von uns. Die Schotterpiste vom vergangenen Jahr nach ca. 4 km gibt es auch nicht mehr und so lässt sich fast alles ohne Padwechsel laufen.
Und Petrus hat immer noch ein Einsehen mit uns, die Strecke bleibt trocken. Wir laufen wieder auf der Hauptstraße in Zgorzelec und werden auch gleich in die zweite „Straßenbar" eingeladen. Dann laufen wir weiter bis zum Wendepunkt. Die Läufer kommen uns entgegen, die Ganz-schnell-Walker auch. Der Wendepunkt ist erreicht. Die, die uns jetzt entgegenkommen, laufen hinter uns. Die „Straßenbar",die wir vorhin schon passiert hatten, wird jetzt von der anderen Straßenseite aus angelaufen - ihr Angebot: Mineralwasser und ein Apfel am Stiel. Aber zum Schälen oder Ausschneiden des Apfels habe ich keine Lust und keine Zeit. Trotzdem ein Danke für das Angebot. Wir laufen wieder in Richtung Neißebrücke. Hinter der Brücke erwartet und noch einmal eine „Mobile Getränkeversorgungseingreiftruppe". Es ist alles Bestens organisiert. Dann kommt der Hinweis - Ziel 195 m -, die letzte Kurve und dann ist die Zielgerade erreicht. Das beste Gesicht aufsetzen, den Applaudierenden rechts und links der Strecke zulächeln und dann ist das Ziel erreicht. Hier warten die Mädchen mit einem Arm voll Medaillen. Es gibt von uns ein nettes Dankeschön für die Erinnerungsmedaille. Eine kleine notwendige Lockerung und dann werden im letzten „Straßenrestaurant" der Kalorien- und Flüssigkeitspegel wieder fast normalisiert.


Mein Ziel habe ich mit meiner Platzierung erreicht. Auch meine Zeit habe ich gegenüber dem vergangenen Jahr verbessert. Ich bin mit dem Lauf zufrieden.


Gibt es etwas Negatives von diesem Lauf? Na ja, Zieltreppchen ist für uns Walker/Nordic Walker noch nicht gebaut. Vielleicht müssen wir uns beim nächsten Lauf unser eigenes mitbringen - wäre einmal zu überlegen.


Aber sonst ein ganz großes Danke an die Stadt Görlitz, an den Veranstalter, an die Organisatoren und alle Helfer, an die Zuschauen und auch an die Aktiven.


Wir sehen uns wieder beim 10. Europamarathon 2013 an gleicher Stelle.

 

 

17. Juni 2012

(13. Lauf "Rund um die Schafbergschanze in Großthiemig)

 

Es ist ein Tag, wie für uns gemacht. Der Lauf „Rund um die Schafbergschanze" steht auf dem Programm.

Wir waren schon im vergangenen Jahr bei den 5,3 km dabei. Der Veranstalter hat unsere Bitte vom vergangenen Jahr erhöhrt und die 11,2 km ins Programm genommen. Dafür haben wir uns auch angemeldet. Die angekündigten  31 Grad bei strahlendem Sonnenschein sind ausgeblieben. Der Himmel fast bedeckt, die Temperatur etwas über 20 Grad. Was wollen wir also mehr.

Der Einweiser für die Fahrzeuge bekommt Schwierigkeiten, es scheint ein neuer Teilnehmerrekord für diesen kleinen Ort zu werden. Ich bin aber rechtzeitig angekommen und gehe somit der Parkplatzsuche aus dem Weg. Karl-Heinz kommt mir entgegen, Jürgen hat sein Kommen auch zugesagt und mal sehen, wer noch alles eintrudelt.

An der Anmeldung gibt es eine kleine Wartepause und als dann die „Offiziellen" eintreffen geht alles sehr schnell. Startnummer und Chip empfangen, 1 Euro !!!! dafür löhnen. Hier steht wirklich der Lauf im Vordergrund.

Inzwischen ist Jürgen eingetroffen, Frank zu uns gestoßen und Heinz von Schwielochsee ist auch zu sehen. Aber auch Großthiemig hat neben den Läufern Nordic Walker aufgeboten, besser Walkerinnen. Gegenüber dem Vorjahr ist hier also eine Steigerung von 83% insgesamt zu verzeichnen - Hut ab dafür.
 

Punkt 10:00 Uhr starten die Läufer aller Strecken (außer die 2 km), es gibt einen neuen Teilnehmerrekord. Der Startschuss klappt auch. 5 Minuten später sind wir dann an der Reihe mit den Läufern der 2 km-Strecke. Dieses Mal klappt der Schuss nicht ganz - erst beim zweiten Mal abrücken. Für uns wird die Strecke zum Teil neu sein, sind wir doch im vergangenen Jahr nur die 5,3 km gelaufen. Trotzdem ist es ein Lauf durch zwei Länder. Na ja, ich will nicht übertreiben - es sind nur zwei Bundesländer, Brandenburg und Sachsen.

Den Anstieg gleich nach dem Start kennen wir noch. Auch die lange freie Strecke mit den Kirschbäumen bis zur Landesgrenze auch. Die Kirschen sind reif und schmecken gut - soviel Zeit ist auch beim Walken. Dann biegt aber die 5 km-Strecke ab und wir nicht. Was jetzt kommt hat die Bezeichnung „anspruchsvolles Streckenprofil", wie in der Ausschreibung, verdient. Es gibt hier kurze und auch ein wenig längere steile Anstiege und auch ebensolche steile Bergab-Abschnitte. Es ist also alles drin. 3 Versorgungspunkte zwischendurch lassen uns immer wieder den Flüssigkeitspegel, genau im richtigen Moment, nach oben regulieren. Es ist eine Strecke, die viel von den Läufern und Walkern verlangt, aber viel zu wenig bekannt ist. Wir erreichen wieder den Punkt, an dem die 5 km-Läufer abbiegen mussten und sind wieder auf der Strecke, die wir schon gelaufen waren, also noch fast 2 km bis zum Ziel. Das Stadion ist in Sichtweite. Wir müssen noch einmal um das Stadion herum. Der letzte Streckenabschnitt ist sehr eng, lässt kein Überholen mehr zu. Und so laufen wir dann auch ins Stadion ein. Der Stadionsprecher begrüßt uns, wir sind über den Zielstrich. Ein anspruchsvoller, aber schöner, Lauf ist vorbei.

Die Gratulation untereinander im Ziel ist schon Tradition und auch Achtung vor der Leistung des anderen. Mit unserer Laufzeit können wir zufrieden sein, wir waren wirklich gut.
Ein paar Schlucke an der „Stadiontheke" und etwas Banane dazu runden den Lauf ab - fast.

Wie im vergangenen Jahr genehmigen wir uns in der Reihenfolge des Einlaufes ein Foto auf dem Siegertreppchen. Es ist ja nicht geschummelt. Danach holen wir uns unsere Urkunden ab und gehen unter die Dusche  - auch fast.

Plötzlich kommt Frank mit der Mitteilung: Auch für die Walker gibt es eine Siegerehrung - das ist neu. Also schnell noch einmal die alten Laufsachen anziehen und dann raus. Wir stehen auf dem Treppchen, der Bürgermeister gratuliert, auch der Organisationsverantwortliche. Wir nehmen Urkunden und ein kleines Präsent entgegen.

Wenn der Bürgermeister bei der Ehrung den Wunsch äußert, dass wir im kommenden Jahr wiederkommen sollen, dann sagen wir - Wir kommen.

Hier in Großthiemig, dem kleinen Ort ganz im Süden von Brandenburg, weiß man, dass Nordic Walking keine Bewegungsform für stockschwingende, ameisenpickende Hausfrauen und Rentner, sondern dass es ein Sport ist.

Dafür und für die ganze Organisation und Durchführung des Laufes allen Verantwortlichen und Helfern und den Einwohnern des Ortes unser herzlichster Dank.

 

 

29. Juni 2012

(1. Erikasee-Lauf in Laubusch)

 

Der Ort Laubusch, zur Stadt Lauta gehörend, hatte zum 1. Erikasee-Lauf eingeladen. Auch für die Walker waren wieder Strecken 5 und 10 km ausgeschrieben und auch ein Bestandteil der Walking-Serie 2012. Also musste, wer in die Punkte wollte, mit dabei sein.

Die Anfahrt war nicht so reibungslos, wie erwartet. Der Routenplaner gab vor, am letzten Abzweig vor Laubusch am Kreisel die zweite Abfahrt nehmen. Pustekuchen - die Abfahrt war gesperrt, eine Vorinformation gab es nicht. Also musste der Weg über Lauta genommen werden. Da zahlt es sich wieder aus, wenn man rechtzeitig losfährt.
In Laubusch selbst stimmte dann die Ausschilderung wieder, die Parkplätze waren vorbereitet. Alles Andere deutete auch darauf hin, dass es eine reibungslose, gelungene Veranstaltung wird, wenn - ja wenn die kleinen „wenn" nicht sein würden.

 

WENN, bedingt durch die Umleitung, alle sich rechtzeitig hätten anmelden können, dann hätte 18:00Uhr pünktlich gestartet werden können. Aber Sportler, wie wir es nun einmal sind, haben dafür auch Verständnis.
WENN, und dafür kann keiner was, wenn wir nicht um 18:00 Uhr noch 33° im Schatten gehabt hätten, dann wäre uns das Wasser nicht so aus allen Poren gelaufen. Das erinnerte an den Lauf zum „Lausitzer Seenland 100" im Juli 2010, dort hatten wir um 19:00 Uhr noch 36° und sind auch gelaufen. Und das war auch gleich hier „um die Ecke".

Also kurz nach 18:00Uhr war dann der Start, vorn die Läufer und dahinter die Walker/Nordic Walker beider Strecken. Die ersten fast 2 km auf der Straße, blanker Asphalt, wenig Schatten und viel warm. Nach dem 1. km schon der erste Verpflegungspunkt. Flüssigkeitsaufnahme war noch nicht notwendig, aber den nassen Schwamm im Nacken fixiert (hilft wirklich) und dann weiter. Der nächste km war dann eine festgefahrene Schotterstraße, danach kam wieder Asphalt. Na klar, etwas weicher Waldweg mit viel Schatten wäre auch ganz gut gewesen. Aber so etwas findet man in ehemaligen Tagebaugeländen, die zudem noch im Umbau begriffen sind, wohl sehr selten. Wissen wir - deshalb meckern wir ja auch nicht darüber. Am km 4 dann Flüssigkeitsaufnahme und Schwammwechsel.
Dann ging es wieder weiter auf Asphalt. Die Strecke kam mir bekannt vor.
Na klar, es war ein Teil der Strecke von der Hitzestrecke 2012 am Geierswalder See. Der Wendepunkt war dann ein kleiner „Kreisverkehr" für uns, nicht einfach ein Aufsteller oder ein Stuhl mit einem Streckenposten  - auch neu. Und dann ging es wieder zurück. Der kleine Wegweiser an der Seite „Geierswalde 3,2 km" betätigte, dass ich ein Teilstück dieser Strecke schon einmal gelaufen war.
Also runter vom Asphalt, wieder etwas Schotter, schließlich müssen wir ja auf unsere 10 km kommen und noch einmal den Verpflegungspunkt anlaufen. Ist zwar der gleiche von vorhin, nur ist er jetzt bei km 6. Sind wir bis jetzt im 3er-Pack gelaufen, trennen sich jetzt unsere Wege. Schließlich geht es jetzt dem Ende des Laufes zu, nicht genutzte Reserven wollen wir nicht zurückbringen und wir 3 wollen auch keine Massenankunft verursachen.


Und so erreichen wir dann auch das Ziel- immer schön einzeln.
 

An der Läufer-/Walker-Theke wird der Flüssigkeitspegel wieder etwas reguliert und die Körpertemperatur wieder in Normalform gebracht.
Auch hier gibt es wieder für die Walker eine Siegerehrung. Da sich das Ganze aber etwas länger hinzieht, erreicht mich die Siegerehrung unter der Dusche, wird dann aber später noch einmal nachgeholt.
Die Dusche, ein Zelt mit Duschköpfen, kennt nur zwei Temperaturarten des Wassers - heiß (40°) und kalt (ohne Warmwasserzusatz). Ich erwische die kalte Phase, bei 33° ist es mir auch recht. Und außerdem - Nordic Walker sind keine Warmduscher.

 

Fazit des Tages:
Es war eine gelungene Veranstaltung. Die äußeren Bedingungen haben den Aktiven viel abverlangt. Vielleicht hat auch gerade das den Reiz einer solchen Veranstaltung ausgemacht.
Ein Dankeschön an die/den Veranstalter, die Organisatoren, die vielen Helfer im Hintergrund oder an der Strecke und nicht zuletzt auch den Gästen und Einwohnern von Laubusch.
Und wenn im kommenden Jahr zum 2. Erikasee-Lauf aufgerufen wird, sollten alle, die hier dabei waren, im T-Shirt vom 1. Eriekasee-Lauf antreten. Schließlich sind wir von anfang an dabei.

 

 

07. Juli 2012

(1. Charity-Lauf in Cottbus)

 

An diesem Tag, der als internationaler Genossenschaftstag ausgerufen ist, findet der 1. Charity-Lauf zugunsten des Cottbuser Tierprkes statt.
Die Ausschreibung sieht vor, dass die Strecke von 2 km durch den Spreeauenpark und den Tierpark in Cottbus führt. Das symbolische Startgeld und 1 Euro für jede absolvierte Runde erhält der Tierpark Cottbus. Jeder Teilnehmer aus der Voranmeldung erhält ein Funktions-Shirt.


Das sind alles Gründe, die eine Teilnahme an diesem Lauf befürworten. Es kommt hier auch nicht darauf an, Geschwindigkeitsrekorde aufzustellen - nur die gelaufenen Runden zählen.
Aus den Listen der Voranmeldung ist hier schon zu ersehen, dass mit über 500 Aktiven in den Disziplinen Laufen, Walken und Nordic Walken zu rechnen ist. Dass es dann noch über 700 Aktive werden, damit konnte vorher keiner rechnen.


Der Start ist für 10:00 Uhr vorgesehen. Wir sind im Dreier-Pack hier mit dabei - drei Generationen einer Familie. In dieser Zusammensetzung sind wir bestimmt nicht die Einzigen.


Rechtzeitiges Erscheinen sichert gute Parkplätze und eine schnelle Abfertigung bei der Anmeldung. Und es wird auch gleich noch umgeplant. Aus den gedachten 2 Aktiven und 1 Familienfotograf machen wir aus letzterem noch schnell einen walk/wandernden Fotografen. Auch seine Runden zählen schließlich für den Tierpark. Auch dieser Entschluss ist nicht einmalig. Wir sehen später viele ehemalige Gäste, die sich und ihre Angehörigen zu Aktiven umfunktioniert haben. Man erkennt sie an der Freizeitkleidung mit dem Transponder an Handgelenk.


Dann kommt die Mitteilung: wegen der großen Anzahl der Läufer sind die Stöcke der Nordic Walker nicht zugelassen. Wir sollen nur walken. Traurig, wenn so entschieden wird, aber nicht zu ändern. Ich walke dann eben pur. Die Stöcke werden also am Garderobe-Zelt deponiert. Kurze Zeit später wird alles rückgängig gemacht - unsere Stöcke sind eben doch keine Gefahr. Holen wir eben die Stöcke wieder zurück.


Inzwischen sind auch ein paar Bekannte der Cottbuser Walkingszene eingetroffen. Ob der Veranstalter weiß, dass hier die Ranglisten-Erste bei den Frauen und die Ranglisten-Ersten der Ü60 und Ü70 der Lausitzer Walking-Serie mitlaufen? Ich glaube nicht.


Die Sonne, die steigenden Temperaturen und der Regen der vergangenen Nacht sind eine gute Kombination, um es den Aktiven nicht allzu leicht zu machen. Also wird schon vor dem Lauf die „Streckenbar der LWG" aufgesucht und eine Erfrischung zu sich genommen.


Punkt 10:00 Uhr wird das gesamte Feld auf die Strecke geschickt - na ja, nicht alle. Es sind immerhin 731 Aktive, die sich beteiligen. Und die Abfertigungen der Nachmeldungen braucht natürlich seine Zeit. Wer fertig ist, läuft dann eben hinterher. Wer hinterherläuft, muss aber nicht allein laufen. Die 2 km-Strecke ist bald rundum besetzt. Wir Nordic Walker werden die 10 km, unsere Standardstrecke laufen - also 5 Runden. Das war schon vorher klar. Bei dem Zeitlimit von 2 Stunden bleibt dann auch noch Zeit, ein paar Eindrücke vom Tierpark und vom Spreeauenpark während des Walkens aufzunehmen. Dabei bummeln wir nicht einmal. Es ist für uns eine Trainingseinheit, die sich einem guten Zweck untergeordnet hat.


Wir laufen dann in jeder Runde an der Messeinrichtung vorbei, halten den Transponder ran bis das Signal ertönt und nehmen dann die nächste Runde unter die Sohlen. Wir überholen, wir werden überholt. Wir beobachten die Tiere des Tierparkes, wir werden von ihnen beobachtet. Es ist eben ein Lauf einer anderen Art - eben ein Charity-Lauf.
Schließlich ist das gesteckte Ziel erreicht. Wir geben die Transponder ab und bringen uns erst einmal wieder in Normalform, erst mit etwas Wasser, später mit einer "Potsdamer".


Dabei betrachten wir den Letzten dieses Laufes. Er hat keine vollständige Runde absolviert. Er konnte auch nie an die Registriereinrichtung reichen. Manchmal lief er in die Gegenrichtung und musste immer wieder auf den richtigen Weg gebracht werden - der „Herr Hugo Lehmann", die presseerfahrene Schildkröte.


Fazit:
Allen Verantwortlichen, Organisatoren, Helfern, Aktiven und Zuschauern ein herzliches Dankeschön.
Eine gelungene Laufveranstaltung, die aber nicht allen Cottbusern bekannt war. Eine Wiederholung im kommenden Jahr sollte überhaupt keine Frage sein.

 

Über unbedingt notwendige Wasch-/Duschmöglichkeiten muss nachgedacht werden, wenn eine solche Laufveranstaltung Bestandteil der Laufszene dieses Ortes werden sollte.

Es muss dabei nicht immer der Tierpark, der Spreeauenpark oder der Branitzer Park sein. Auch außerhalb der Stadt gibt es reizvolle Strecken - man muss sie nur sehen wollen.
Auch muss der Hauptsponsor nicht immer die eG Wohnen sein. Es gibt noch einige andere Unternehmen in der Stadt und im Umland, die auf ihre Medienwirksamkeit großen Wert legen. Also sollte die   eG Wohnen einen Staffelstab weiterreichen und diesen Lauf zu einer Tradition werden lassen.

 

Vielleicht findet dann der nächste Charity-Lauf zugunsten der Spreewehrmühle statt - notwendig wäre es, und Möglichkeiten der Streckengestaltung gibt es hier ausreichend.

 

 

13. Juli 2012

(7. Lauf Lausitzer Seenland 100)

 

Es ist Freitag, der 13. - der Lauf „Lausitzer Seenland 100" steht wieder auf dem Programm. Kleinkoschen ist zum 2. Mal der Austragungsort. Für uns Walker sind die Strecken 8, 10 und 21 km ausgeschrieben. Die beiden letzten sind für uns Wertungsläufe. Ich werde die 10 km walken - natürlich mit Stöcken.

Auf der Hinfahrt begleiten mich immer wieder Regenschauer, hat der Wetterbericht ja auch für Abend angekündigt. Ankündigung für Abend ist schon richtig - die „Halbmarathonis" starten 18:00 Uhr und eine Stunde später sind wir dann mit den 5 km-Walkern dran. Bei der Ankunft ist der Parkplatz schon fast gefüllt, ich finde aber noch einen Platz. Also beginnt erst einmal das Übliche - die Anmeldung. Auf dem Weg dorthin treffe ich schon wieder einige, nun schon gute, Bekannte, die auch sofort begrüßt werden. Die Anmeldung läuft schnell und reibungslos ab.

Inzwischen ist der Start der Walker auf der Halbmarathon-Strecke. Es ist ein kleines Häufchen, das den Kampf aufnimmt. Eigentlich hatte ich mich hier auch gemeldet, habe dann aber umgeplant. Schuld daran ist die, für uns Nordic Walker, unverständliche Änderung des Reglements für 2012, die Kilometer-Wertung zu streichen. Das führt dann dazu, dass derjenige, der 700 Finish-Punkte auf seinem Konto erreicht, für den Rest des Jahres nicht mehr zu walken braucht, aber dann trotzdem ganz oben auf dem Siegertreppchen bei der Endauswertung steht.
Was für eine Motivationsbremse!

Das „Nordic Walking-Team Mittlere Dresdener Straße" aus Großthiemig ist zu sehen. In unserer Laufserie waren sie zum ersten Mal beim „Lauf um die Schafbergschanze" dabei. Wahrscheinlich haben die Mädchen jetzt Blut geleckt. Auch neu dabei sind die weißen Windjacken der Sparkasse Spree-Neiße Cottbus. Es tut der Walking-Szene gut, wenn immer neue Aktive zu uns stoßen.

Dann ist die Zeit für unseren Start heran. Mit uns starten die Läufer und die 5 km-Walker. Natürlich starten wir hinter den Läufern, soll ja auch so sein. Aber wenn es dann Läufer gibt, die sich aus lauter Höflichkeit ganz hinten anstellen und dann erst an uns vorbeilaufen müssen, soll man uns Nordic Walkern nicht die Schuld geben. Aber das Feld sortiert sich dann von allein.

Nach den Läufern setzen sich gleich zwei Aktive von uns ab. Ein lupenreiner Geher, mit einem Laufstil, der absolut nichts mit Walken zu tun hat, schlägt ein sehr hohes Tempo an. Ich erkenne seine sportliche Leistung an, aber in einem Walking-Wettbewerb ist er fehl am Platz. Es war aber nett für uns, einen ehemaligen Olympiasieger von hinten laufen/gehen zu sehen.
 

Tja, und der Zweite, der sich abgesetzt hat, gibt uns nur kurz ein Rätsel auf - ist er der letzte Läufer oder ein schneller Walker ganz vorn. Aber seine Körpersprache und sein meist rennender Walkstil kommen uns bekannt vor. Ob Bad Liebenwerda, Torgau oder jetzt auch in Kleinkoschen - er walkt nicht, er joggt oder läuft. Nur wenn ihm dann die Puste ausgeht, dann geht (walkt) er - unser „Freund" Heinz Barcik von der SV Klitschen 1920. Es kann ja sein, dass er in seinem Verein einen gewissen Artenschutz hat. Aber es gehört schon eine Portion Unverfrorenheit dazu, sich mit einer solchen Leistung mit einem vorderen Platz zu schmücken.

Unser Lauf ist sauber und schnell. Die Strecke ist uns auch bekannt. Die Verpflegungspunkte sind auch ausreichend. Und das Wetter spielt wieder mit uns mit.
Trotz einem 13. Freitag - die Regenwolken haben sich zumindest hier verzogen und sogar die Abendsonne kommt noch einmal hervor. Also bestes Laufwetter für uns.
Andreas steht auch wieder mit seiner Kamera an der Strecke und dann auch im Ziel.
Die erreichte Zeit ist gut, die Platzierung für mich nur noch untergeordnet. Es werden für mich nur noch Streichwerte kommen, ganz gleich, welche Platzierung ich erreiche.

Natürlich bekommen wir hier wieder die Erinnerungsmedaille, die Teilnahmeurkunde holen wir uns dann später ab.

Mit Schorle, einem Obstcocktail und einem Erdinger alkoholfrei wird der Flüssigkeitsverlust wieder reguliert. Dann wird das Duschzelt aufgesucht. Das Wasser ist natürlich kalt - wir haben ja Sommer. Die Jahreszeit zählt und nicht die Außentemperatur. Aber wir sind ja keine Weicheier oder uniformierte Wattebällchen. Wir duschen auch kalt.

Die Siegerehrung findet natürlich wieder ohne die Walker/Nordic Walker statt. Nach dem Hoch für uns in Großthiemig und Laubusch, wo die Leistungen auch in diesem Bereich anerkannt wurden, werden wir hier wieder auf den Boden einer traurigen Realität zurückgeholt - wir sind nur zahlende Aktive - mehr nicht. So konnte Achim seine Nudelpakete wieder mit nach Hause nehmen.

Die Heimfahrt entschädigt dann wieder mit einen farbenprächtigen Sonnenuntergang.

Ein Dankeschön an die vielen Helfer im Zielbereich und an der Strecke und an die applaudierfreudigen Zuschauer.
Eine Entschuldigung an die Gastronomen, denen man für die Zeit der gesamten Veranstaltung zu Zufahrtswege gesperrt hat. Wir Aktive können nichts dafür.

 

21. Juli 2012

(14. Haasower Waldlauf)

 

Eine kleine Überschrift und nur wenige Zeilen in der LR weisen auf eine Laufveranstaltung in Haasow hin. Wer die LR nicht aboniert hat oder in die Laufszene eingebunden ist, dem entgeht diese Mitteilung. Für Walker sind auch mit zwei Strecken vorgesehen. Also mache ich mich weiter im Internet sachkundig und entdecke auch gleich den Zusatz: für Walker/Nordic Walker ist keine Platzierung, sondern bei Abschluss nur eine Urkunde vorgesehen. Also auch hier nichts Neues.
 

Liebe Veranstalter, schlau seid Ihr ja auch schon immer gewesen. Aber nun werdet doch auch einmal klug. Begreift endlich einmal - Walking und Nordic Walking kommen aus der Sportszene und sind auch heute noch Sport.
 

Aber trotzdem! Laufwetter, Sonnabend Nachmittag - ich fahre hin. Ist ja auch gleich um die Ecke. Online-Anmeldung ging sowieso nicht mehr - Veröffentlichung am 18. und Anmeldeschluss am 17. Also auch den Zusatzobolus mitlöhnen. Passt alles irgendwie zusammen.
 

Ich bin mal wieder zu rechtzeitg da. Die Feuerwehr weist mich vor der Sportanlage auf eine Wiese ein. Es stehen erst wenige Fahrzeuge hier.
Mit dem ganz kleinen Gepäck (Geld) gehe ich mich zur Anmeldung. Die Formalitäten sind schnell erledigt. Es geht dabei sehr locker und freundlich zu, alles ohne Hast und Eile.
Die Laufveranstaltung ist in das Sportfest hier eingebunden. Auf dem Rasen des Sportplatzes findet ein Hockeyturnier statt. Ein paar organisatorische Arbeiten zur Sicherstellung des Laufes werden noch beendet. Ich habe also noch Zeit zur Vorbereitung. Die Aktiven und Gäste des Sportfestes treffen so nach und nach ein.
Es ist klar, bei  einem Sparkassen CupLauf sind die Läufer natürlich in der Überzahl. Aber ein paar Nordic Walker haben auch hierher gefunden. Die Nur-Walker kann man eben erst nach dem Start erkennen.

 

Pünktlich 15:30 Uhr wird der Start der 5 und 10 km-Walker angeschossen. Es sind 2 bzw. 4 Runden zu laufen.
Die ersten 1 ½ km laufen wir auf Asphalt, dann 500 m an einem Maisfeld auf Sandboden entlang  und dann wieder auf Asphalt. Padwechsel lohnt sich hier also nicht. Am Ende der Runde ist wieder eine kleine „Straßenbar" aufgebaut.

 

Eine einzelne Walkerin zieht sofort los, dann folgt eine Dreiergruppe. Was hinter uns dann passiert bekommen wir nicht mit. Da die Bedingungen gut sind, ist auch unser Tempo ganz passabel. Die einzelne Walkerin holen wir bald ein. Sie läuft die 5 km, wird uns also nach der zweiten Runde verlassen.

Die Haasower sind ein freundliches Publikum. Sogar zwei kleine Wannen mit kühlem Wasser zur Erfrischung stehen vor einem Haus. 

Während der zweiten Runde überholen wir ein Gruppe von Walkerinnen, die wohl die Vertreterinnen des Volkssportes sind. Ihre Gespräche unterwegs sind ihnen wichtiger als jede gelaufenen Zeit.
Wir drehen weiter brav unsere Runden.

Inzwischen sind eine halbe Stunde nach uns die Läufer gestartet. Wir werden von ihnen überholt, aber das ist ja normal.
Die 4. Runde ist absolviert. Wir erreichen den Zieleinlauf, wir haben es wieder einmal geschafft. Wir bekommen nach dem Zieldurchlauf unsere Urkunde übereicht. Sie enthält keinen Eintrag. Wir sollen das selbst zu Hause eintragen. Ich frage also noch schnell nach meiner Zeit. Es wird meine zweitschnellste  Zeit bisher über die 10 km.
Es hatte auch alles gepasst, das Wetter, die Strecke und die Laufpartner.
 

Ein Danke an die Haasower. Vielleicht bin ich beim 15. wieder dabei.

 

 

11. August 2012

(24 km Nationalpark Trail-Walk

von Bad Schandau nach Hinterhermsdorf)

 

August und der Panoramalauf im Elbsandsteingebirge lassen sich nicht mehr voneinander trennen. Und so sitzen wir wieder im Bus, der uns von Hinterhermsdorf - dem Ziel - nach Bad Schandau zum Start bringt.
Dieses Mal standen die Busse schon bereit, im vergangenen Jahr war es ja noch ganz anders. Aber das wissen nur die, die schon im vergangenen Jahr mit von der Partie waren.

 

Eigentlich hatte ich mich ja auch für die 10 km mit angemeldet, aber habe mich dann noch am Vorabend noch einmal für den harten Kanten von 24 km entschieden. Ich will es einfach noch einmal wissen.
 

Mit uns Walkern im Bus sitzen die Läufer für die 30 und 24 km Strecke und auch die Wanderer. Schließlich wird ja hier keiner ausgeschlossen - zumindest nicht bei der jeweiligen Bewegungsform.
Bei der Anerkennung auf dem Siegertreppchen sieht das auch hier wieder ganz anders aus. Aber das  kennen wir auch schon vom vergangenen Jahr.
Zum Wetter sagt der Eine ja zum Regen, der Andere nein. Beide werden Recht haben.

 

Am Startplatz angekommen haben wir noch über eine Stunde Zeit, schließlich sollen alle fast zeitgleich im Ziel ankommen. Und so kommt es, dass die Wanderer als erste auf die Strecke geschickt werden - eine Stunde vor uns.
 

Bei ihrer Startaufstellung ist auch ein etwas älterer Aktiver zu bemerken, der sich schon von der Kleidung her von den Wanderern unterscheidet - kein Wanderstock, kein Rucksack, auch keine Wetterjacke. Dazu trägt er noch eine andere Startnummer. Sind doch die 700-er Startnummern den Walkern zugeordnet, und er trägt die 702.
Nach dem Start der Wanderer legt er auch gleich los - nein, er ist kein Wanderer. Aber er kommt noch einmal zurück - warum? Wir wissen es nicht. Und er geht gleich wieder auf die Strecke. Damit ist er in einer beobachtungsfreien Zone - hinter den Wanderern und vor den Läufern/Walkern. Ich möchte ihm hier nichts unterstellen, aber merkwürdig ist sein Verhalten schon.

 

Während wir auf unseren Start warten, bekommen wir noch einmal Besuch von der „Regentrude". Aber der Regen ist nur von ganz kurzer Dauer und soll auch der letzte für die nächsten Tage sein.
Als die Startzeit heran ist werden erst die 30 km-Läufer und dann wir mit den 24 km-Läufern auf die Strecke geschickt. Wie immer, ordnen wir uns hinter den Läufern ein. Der Kurs ist wie im vergangenen Jahr - vom Parkplatz an der Elbe, über den Marktplatz (im vergangenen Jahr war hier noch eine Baustelle), ein Stück durch den Kurpark und dann die Stufen hoch auf die Ostrauer Höhe. Für Flachländer ist das der erste Hammer, der in die Oberschenkel geht. Ostrau ist auch bald durchwalkt und dann erreichen wir die Straße, auf der uns im vergangenen Jahr der Wolkenbruch voll erwischt hatte. Aber heute meinte wohl Petrus - einmal ist genug. Es klart auch auf und wir werden auf der Strecke eine herrliche Aussicht haben - wenn es die Bäume zulassen.

 

Ich halte mich im Vorderfeld der Walker auf, laufe aber zeitweise allein. Es geht, wie auf dieser Strecke üblich, mal hoch, mal runter, mal steil, mal weniger steil. Die Verpflegungspunkte sind genau an der richtigen Stelle, immer dann, wenn man sie nötig hat.
Hier ein Dankeschön für die Aufmerksamkeit.
Die nach mir Walkenden sind ein ganzes Stück hinter mir. Es geht bergab zu nächsten Verpflegungspunkt, da sind zwei von ihnen plötzlich heran, mit einem normalen Nordic Walking eigentlich nicht möglich.
Es geht wieder bergauf, ich setze mich wieder etwas ab. Es geht wieder im Zickzack bergab und ich bekomme meine Erklärung - beide, die Startnummer 707 und 708 kommen in einem lupenreinen Laufschritt den Berg herunter. Meine Wertung hierzu gebe ich zum Schluss. Auch dass der männliche Teil dieser Zweiergruppe, ich vermeide hier den Begriff Sportler, noch ca. 60 m aufholt, während ich 25 m laufe, lasse ich hier unkommentiert.

 

Die letzten 4 km im Wald haben es in sich, es geht nur noch bergauf, auf die Ebene von Hinterhermsdorf.
Ich verlasse den Wald, Hinterhermsdorf ist erreicht. Ein Stück wird noch bergauf durch den Ort gelaufen, dann die Linkskurve und das Ziel ist erreicht. Der Moderator, der „Michael Buffer des Ostens" - Stefan Bräuer, begrüßt uns in seiner unnachahmlichen Art und Weise. Es ist schon ein schönes Gefühl, das Ziel erreicht zu haben.
Zugegeben, im vergangenen Jahr hatten wir das Handicap mit dem Regen. Aber das allein wird es nicht gewesen sein, dass ich meine Zeit um 22 min verbessert habe.

Fazit des Tages:
Wir haben das Phantom, die Startnummer 702,  des Laufes erlebt. Er meldete sich als Walker an, bekam die Startnummer als Walker, erschien in der Startliste als Walker, er lief aber nicht als Walker. Selbst bei der Startaufstellung der Wanderer stand er abseits. Seine gelaufene Zeit war selbst für gute Nur-Walker nicht nachvollziehbar. Als wir im Ziel ankamen, war von ihm nichts mehr zu sehen. Er wird das Rätsel des Laufes bleiben - der Werner G. aus Hannover mit der Startnummer 702.

 

Und da waren noch die Gewinner des "Unfairnesspokals" (wenn er vergeben worden wäre) dieses Laufes mit den Startnummern 707 und 708  aus Berlin. Sportlich sauberes Walken ist ihnen fremd. Sie geben sich nicht einmal die Mühe, ihren unsauberen Laufstil zu verbergen. Um ihre Platzierung zu verbessern, nehme sie die Stöcke in die Hand und legen einen lupenreinen Laufschritt hin. Das scheint für sie ein ganz normaler Vorgang zu sein. Sie gehören zu den Aktiven, die man bei weiteren Walkveranstaltungen nicht mehr in der Startaufstellung neben sich haben möchte.

Mein Dankeschön gilt den vielen ungenannten Helfern, den Betreuern, den Organisatoren und Verantwortlichen und nicht zuletzt den Gastgebern von Hinterhermsdorf.

 

(...) Korrektur vom 12.08.2013 nach einer Mail nach fast einem Jahr später von Herrn Ralf Orzalkiewicz (seine Unterschrift), in der er einen Beweis seiner Unsportlichkeit in Bild und Ton??? haben will, oder mir rechtliche Schritte androht. Besser wäre gewesen, er hätte sich beim gleichen      Lauf 2013 zum fairen sportlichen Vergleich gestellt.

 

 

12. August 2012
(8 km Walken Rund um den Weifberg
in Hinterhermsdorf)

 

Da sind wir auch gleich beim zweiten Teil des Panoramalaufes 2012.
 

Die 15 km Deutsch-Tschechischer Grenz-Walk kenne ich vom vergangenen Jahr und so habe ich mich dieses Mal für die „8 km Rund um den Weifberg" entschieden. Und schließlich - man soll es ja nicht übertreiben. Dieser Meinung scheint auch ein Christoph Höhne, Olympiasieger im 50 km Gehen von Mexico, zu sein. Er hat sich auch für diese Strecke entschieden. Lange Strecken bergauf und bergab scheint nicht sein Hobby zu sein. Na ja, vielleicht ist er auch schon in die Jahre gekommen. Das heißt aber für mich, ich werde in der AK-Wertung höchstens den Platz nach ihm belegen - na und?
 

Am Start und Ziel treffen so nach und nach alle wieder ein. Wir werden auch alle zusammen starten - fast alle. Die Wanderer, die Radfahrer und auch die Kleinsten kochen alle ihr eigenes Süppchen. Während wir noch auf den Start warte, haben wir noch Zeit, den kleinen Radfahrern zuzuschauen. Selbst die Allerkleinsten nehmen mit einen Holzlaufrad teil. Also um den Nachwuchs sollte uns keine Bange sein. Man sollte nur nicht versuchen, sie jetzt und auch später von einem Schreibtisch aus zu regulieren.
 

Die 15 und 8 km Läufer und Walker starten zusammen und wie immer, die Läufer vorn und wir hinterher. Der Startschuss kommt für uns und wir laufen die ersten 5 km auch gemeinsam. Vom Start weg führt der Kurs durch den Ort und dann geht es die Neudorfstraße steil bergab. Dieser Streckenabschnitt verlangt volle Aufmerksamkeit, aber auch einen besonderen Laufstil, der trotzdem den Anforderungen des Nordic Walkens gerecht wird. Für Kniebeschwerden ist er nicht förderlich. Im Tal angekommen verlässt uns dann auch der Asphalt - also die Pads runter.

Es geht ein Stück durch den Wald und dann wieder bergauf. Schließlich waren wir ja erst bergab gelaufen und gewalkt. Und außerdem heißt es ja auch „Rund um den Weifberg". Und das ist auch noch höher dann als Hinterhermsdorf - ist doch klar - oder?

Also nach dem Waldstück zwischen den Wiesen bergauf. Der Weg ist mit Ziegelbruch „gepflastert" und wieder ausgespült. Also kennt man auch hier die Möglichkeiten einer kostenfreien Bauschuttentsorgung.

So geht es bis zum Weifberg. Hier ist der Verpflegungspunkt und hier trennen sich auch die Wege der 8km und der 15 km Läufer und Walker - die einen nach rechts in Richtung Grenze und wir nach links in Richtung Hinterhermsdorf. Wir laufen noch ein Stück bergauf, fast bis an den Fuß des Aussichtsturmes und dann geht es nur noch bergab. Die ersten Häuser sind erreicht, Pads aufstecken lohnt sich nicht mehr. Das letzte Stück geht es dann auf Pflaster steil bergab. Die Stöcke werden hochgenommen. Die Gefahr, dass sie sich zwischen dem Pflaster verklemmen ist einfach zu groß.  Die letzte Rechtskurve wird genommen und wir sind im Ziel.


Was jetzt noch kommt, ist das Übliche: die Medaille empfangen, die Gratulation entgegennehmen und den halben Liter „Erdinger alkoholfrei" zur Flüssigkeitsregulierung schön langsam trinken. Hatte ich gestern nicht mit erwähnt? Macht nichts, war dort genauso. Sachenwechsel findet dann für mich im Quartier statt, ich bleibe noch einige Tage hier.
 

Damit ist auch dieser Panoramalauf wieder Geschichte. Mal sehen, wer sich im kommenden Jahr wieder hier einfindet. Ich bin sicher, dass einige Neue wieder mit dabei sind, dass aber auch einige nicht mehr mit uns laufen werden.

Schließlich werden wir auch älter.
 

Obwohl - Jana Thiel (40) sagte nach ihrer Silbermedaille von London:
„Wenn der Wille da ist, spielt das Alter keine Rolle."
Vielleicht sollten wir uns das merken.

Tschüß, bis zum nächsten Lauf.

 

 

07. September 2012

(1. Jamnoer SEELAUF)

 

Wo liegt eigentlich Jamno?
 

Wenn man von Cottbus nach Forst fährt und nicht schon auf dem Dubrauer Berg links abbiegt, dann muss man durch Groß Jamno fahren. Dass es auch noch ein Klein Jamno gibt, das noch viel älter sein soll, wie uns die Historie glauben lassen will, sei aber hier nur am Rande erwähnt.

Und so war dann auch im Internet zu lesen:

„Großes Sport- und Fitness-Wochenende am Jamnoer Waldsee
Wir starten am Freitag gegen 17.00 Uhr mit 5km- Walking rund um Wald und See, die schnelleren Jogger folgen uns um 17.30 Uhr im Wettkampf auf der 3 und 5 km Strecke. Anschließend ist Siegerehrung und lecker Grillen im Kuckuck.

Am Samstag bieten wir dann ab 10.30 Uhr alle denkbaren Sportarten, die man an frischer Luft ohne großen Aufwand treiben kann:
Beachvolleyball für Nichtprofis, Yoga am Strand, Qi Gong, Nordic Walking für Ungeübte, Zumba-Fitness, Thai Qi, Völkerball, Tischtennis, Federball, Boccia und Kindertanzen. In alle diese Disziplinen kann einfach nur reingeschnuppert werden. Sie erhalten außerdem wertvolle Tipps zur richtigen Ernährung und können vom gesunden Kuckucks-Büfett schlemmen. Dazu gibt`s flotte Musik und gute Laune von DJ Tobi. Also rein in die Turnschuhe und raus an den Jamnoer Waldsee. Wir werden viel Spaß miteinander haben!"


Und  so kommt es, dass hier der 1. Jamnoer Seelauf stattfinden soll.

Nun soll das erste Mal ja immer etwas Besonderes sein - erzählt man sich  - auch bei einer Laufveranstaltung. Aber Jamno und ein See? Dann ist es bestimmt keiner der bekannt/jetzt mitunter berüchtigten neuen Tagebauseen der binnenländischem Ostsee-nplatte.
Es gibt aber einen kleinen Badesee in Verbindung mit der Gaststätte „Zum Kuckuck". Das kennen nun wiederum nur Insider. Also ein Grund genug, um einmal den Weg dorthin in Angriff zu nehmen.


Der Parkplatz ist noch leer, als ich ankomme - na ja, wie immer zu zeitig. Ich gehe zur Anmeldung, auch noch keiner da. Also noch einmal zum Auto zurück, den Fotoapparat mitgenommen und auf Erkundungstour gegangen.

Vom Parkplatz an der Gaststätte „Zum Kuckuck" vorbei ist der See schon in Sichtweite. Die Gaststätte selbst ein kleines Schmuckstück hier im Wald. Die Speisekarte wird studiert - akzeptiert, wird aber heute noch kein Thema sein. Der See, mit einem Kiesuntergrund und feinsandigen Strandabschnitten könnte eine Badeerholung wert sein.
Farbmarkierungen, Absperrbänder und aufgestellte Pavillons zeigen an, dass hier etwas stattfinden wird. Aber ich sehe auch die Reste eines ehemaligen Strandkinos, das in seiner ursprünglichen Form kaum wieder betrieben werden wird - eigentlich schade.
Ich werde von einem der beiden Betreiber der Gaststätte über Inhalt und Streckenführung aufgeklärt. Der Rundkurs 1,2 km? - Zeit ist ja noch ausreichend vorhanden - ich laufe ihn einmal ab.

Der Kurs führt rund um den See. Der Untergrund ist Waldweg - also ohne Pads für mich. Eventuelle Äste, die Läufer und Walker behindern könnten, wurden entfernt. Sogar herausragende Wurzeln sind farbig gekennzeichnet. Hier wurde wirklich an alles gedacht. Ein Blick über den See zeigt aber auch, er wächst langsam zu. Aber hier wird es wie überall sein, die kommunalen Töpfe werden immer weniger gefüllt. Kleine Notwendigkeiten bleiben dann eben auf der Strecke. Hier gibt es ja auch nur Ortsvereine und kein Training von „Energie Cottbus".
Die Strecke ist gut gekennzeichnet. Ein kurzes Stück führt parallel zur Autobahn. Für die Läufer und das Wild ist ein Zaun zwischen Laufstrecke und Autobahn, für Brummis dürfte er dagegen kein Hindernis sein. Aber die haben hier ja auch nichts zu suchen. Fünf Runden dürften dann auch für einen Walker keine Schwierigkeiten machen - denke ich. Aber es kommt wieder einmal ganz anders. Nein, nicht schon wieder negativ denken.

Am „Kuckuck", hat sich der  Start und Zielbereich schon etwas gefüllt. Manche der heutigen Aktiven habe ich schon bei anderen Laufveranstaltungen gesehen. Aber keine Cottbuser dabei? Das alles informierende regionale Tageblatt, die „Lausitzer Rundschau" (sollte eigentlich alle informieren), hat die Ankündigung nur in der Forster Ausgabe ausgedruckt. So kann man auch gut gewollte Aktivitäten kleinerer Vereine und kleinerer Orte behindern.

So kommt es auch, dass nur eine minimale Anzahl von Nordic Walkern am Start steht. Ich werde vorher aufgeklärt, dass die Strecke der Läufer nicht die Strecke der Walker ist - ach ja. Die Nordic Walker laufen eine (dieses Mal noch) geführte Strecke, auch über 5 km, aber ohne in ein Bummeltempo zu verfallen. Mal etwas ganz Anderes, lernen wir doch hier in der Nähe des eigenen Wohnortes noch viel Unbekanntes kennen. Wer weiß denn schon, dass es hier einen Urwald gibt, dass es für den Erschaffer dieses Urwaldes hier einen Gedenkstein gibt, der aber einer dringenden Renovierung bedarf? Wer kennt hier schon die kleine Quelle mitten im Wald? Es gibt hier einen ausgeschilderten Rundweg, sogar mit Bänken und Hinweisen über Besonderheiten.
Es ist ein schöner Lauf, bei dem nicht die zu erreichende Zeit im Vordergrund steht. Das Ziel wird erreicht, wir kommen von rechts, die Läufer, die schon auf ihrer Strecke unterwegs sind von links. Aber es gibt kein Chaos. Ein gelber aufgesprühter Strich markiert das Ende.

Als alle Aktiven das Ziel erreicht haben, gibt es die Siegerehrung. Alle bekommen ihre Urkunden, aber nicht die Besten bekommen die Präsente, sondern es wird ausgelost - auch eine Variante, die allen die Möglichkeit einräumt. Natürlich werde ich wieder von der Glücksfee gemobbt - ich gehe leer aus. Aber deswegen war ich ja auch nicht hier.

Das Fazit des Tages:
Für künftige Veranstaltungen ist hier noch ein ganz großes Potenzial vorhanden. Das gesamte Umfeld bei Zusammenarbeit aller Einrichtungen und Institutionen bietet sich dazu regelrecht an. Die Bereitschaft der bisher Beteiligten ist hier vorhanden und lässt sich bestimmt auch noch intensivieren.
Der Freundeskreis "Kuckuck" hat hier mit viel Mühe und Einsatzbereitschaft eine gelungene Veranstaltung auf die Beine gestellt. Dafür ein Danke Ein ganz großes Dankeschön aber auch an die beiden Hauptakteure der Organisation, Birgit und Peter Hendrischke.
Ich freue mich schon auf nächstes Jahr. Wenn es einen 1. Jamnoer Seelauf gegeben hat, dann muss es auch mindestens einen zweiten geben.

 

 

 

20. Oktober 2012

(44. Branitzer Parklauf in Cottbus)

 

Nun einmal wieder ein neuer Laufbericht.
Es ist ja schon eine ganze Weile her, dass ich mich wieder hier gemeldet habe. Aber es gab ein paar terminliche Schwierigkeiten, und so musste ich auf einige Läufe verzichten, andere hatte ich nicht eingeplant.
Also dachte ich, ich nehme mal wieder einen Lauf mit, der nicht im Wettbewerb ist, der aber hier in der Nähe stattfindet. Im Terminkalender ist er schon seit dem vergangenen Jahr drin und als „44.Branitzer Parklauf" ist er somit ein Oldie.

Das Wetter ist wie gemacht für einen solchen Lauf - strahlendblauer Himmel, kein Wölkchen, Temperatur etwas niedrig und die Strecke trocken, obwohl in der Nacht noch ein paar Tröpfchen gekommen waren.
Der Parkplatz noch fast frei (soll sich ja dann ändern). Die Abholung der Unterlagen ist wieder im Sportlerheim, die Online-Anmeldung hat wieder funktioniert. Dabei hatte ich aber schon gesehen, dass nur hinter meinem Namen die Bezeichnung „Walker" stand. Sollte sich das Gleiche wiederholen, wie im Frühjahr 2010? Dort war ich auch der einzige Starter mit den Stöcken - und das bei einer Stadt, bei der die Stadtoberen immer wollen, dass der Stand von 100 000 Einwohnern gehalten wird. Was bin ich dann, wenn ich allein laufen muss? - 1 Prozent nicht, 1 Promille auch nicht, vielleicht 1 hundertstel Promille? -  ist ja auch egal.
Aber wo sollen auch die anderen Walker und Nordic Walker herkommen? In der Lokalpresse war nichts zu lesen, der örtliche Rundfunk hüllte sich auch in Schweigen. Es war wie immer in dieser Stadt. Wenn sich die sogen. „Stadtprominenz" nicht präsentieren kann, werden andere Aktivitäten totgeschwiegen.

Die Strecke ist wie immer - eine Runde um den Branitzer Badesee, dann die Kastanienallee entlang, ein Abschnitt im Branitzer Park und dann wieder zurück zu Start und Ziel - alles zusammen 5 km. Für die Läufer gibt es dann noch die 10 km dazu.. Ich habe noch etwas Zeit und genieße noch einmal diesen herrlichen Herbstmorgen.

Und dann wird es zur Gewissheit - ich bin wieder der einzige walkende Aktive. Natürlich stelle ich mich beim Start ganz hinten in die letzte Reihe. Schließlich sollen die Läufer nicht über meine Stöcke stolpern.

 

Man möge bitte entschuldigen, aber diese Argumentation für die Trennung von Läufern und Walkern bei Wettbewerben ist ganz einfach Blödsinn. Sie trifft eventuell für die Startphase zu, wenn die Organisation Mängel aufweist, aber nicht während eines Wettbewerbs. Auch dort, wo beide Laufarten zusammen starten, habe ich bisher noch niemand wegen Walking-Stöcken stürzen sehen. Ein kleinwenig Rücksichtnahme untereinander, und das Problem klärt sich von allein.
 

Also erfahre ich beim Start die ungeteilte Aufmerksamkeit der Zuschauer. Der erste Kilometer um den Badesee ist bald absolviert. Aber Hallo - ich überhole sogar schon einen der gestarteten Läufer auf der 5 km-Strecke. Na gut - er hat noch ein paar Jahresringe mehr im Gesicht aufzuweisen, aber er ist ein Läufer! Und ich „nur" ein Nordic Walker. Ich laufe wieder am Start und Ziel vorbei und bekomme Begleitung. Klaus möchte eigentlich nur unterwegs ein paar Bilder schießen. Wir kennen uns und so laufen wir gemeinsam weiter - ich in Sportkleidung und mit Stöcken und er in Straßenkleidung aber mit Fotoapparat. Auf der Kastanienallee kommen uns die Kinder der 2 km-Strecke wieder entgegen.
Auch sie sind mit vollem Einsatz dabei. Der Branitzer Park zeigt sich dann von seiner schönsten Seite. Der strahlendblaue Himmel und die schon vorhandenen Herbstfärbung geben gute Fotomotive. Auch das Branitzer Schloss ordnet sich in diese Farbspiele ein. Natürlich habe ich dafür auch einen Blick, soviel Zeit muss immer sein.
Nach dem Streckenabschnitt im Branitzer Park geht es auf der Kastanienallee wieder zurück zum Ziel. Ungefähr 100 m vor mir sehe ich noch einen Läufer. Ich wollte ihn schon auf der Strecke im Park erreichen, aber da legte er im Tempo wieder zu. Und nun ist er wieder in fast erreichbarer Nähe.
Ich lege einen Schritt zu. Er hört aber das „Klack-Klack" meiner Stöcke. Trotzdem komme ich immer näher. Als ich auf die lange Zielgerade einbiege, ist er noch ca. 20 m  vor mir. Von Sonne, Himmel und Herbstfärbung genießen ist bei mir nichts mehr da, ich will ihn erreichen - und ich schaffe ihn noch. Es war einer dieser vielen Zielsprints - auch bei Walkern - wo noch einmal die Reserven mitspielen mussten. Natürlich warte ich nach dem Zieldurchlauf und gratuliere.

Was jetzt kommt ist wieder „Branitz-typisch". Es war auch zu erwarten. Ich werde wieder bei den Läufern gewertet. So steht es auch auf der Urkunde. Da steht dann aber auch, dass ich den 3. Platz bei den Läufern erreicht habe - wow. Aber was sind schon Zahlen. Hier ging es mir um die Teilnahme, um den Lauf selbst - einfach um das Gefühl, dabei zu sein.

Ich danke "dem da oben" für das herrliche Laufwetter und den Branitzern für die Anerkennung der sportlichen Leistungen.

 

 

 


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08.Dezember 2012

(13.Nikolauslauf in Senftenberg)

 

Der Wetterbericht informiert für die vergangene Nacht -17 Grad in Bademeusel, gleich hier „um die Ecke“ und auf „Meiers Obsthof“ zeigt die Infosäule immerhin noch -13 Grad an. Die Sonne kommt gerade hoch und die Wolkentürme der Kraftwerke Jänschwalde, Schwarze Pumpe und Boxberg steigen kerzengerade nach oben.

Das könnte man alles noch weiter ausbauen, wenn - ja wenn es nicht so einen Verrückten geben würde, der bei diesem Wetter unbedingt an zwei Stöcken laufen will. Aber der 13. Nikolauslauf, rund um den Senftenberger See, steht nun einmal auf dem Terminplan und angemeldet habe ich mich auch. Die ganze Runde bin ich im vergangenen Jahr gelaufen, also habe ich mich dieses Jahr für die halbe entschieden. Schließlich muss man ja alles einmal kennenlernen.

Auf der Fahrt begrüßt uns ab Domsdorf dicker Nebel, Sichtweite teilweise unter 30 m. Hatte ich auch noch nicht, zumindest nicht in Verbindung mit einer Fahrt zu einer Laufveranstaltung. Also runter mit der Geschwindigkeit, schließlich möchte ich unfallfrei ankommen. Der gleichen Meinung scheinen auch die anderen Fahrer hinter mir zu sein, keiner überholt. Das ändert sich ab Sedlitz, dann ist die Sicht wieder klar und alles rauscht an mir vorbei. Aber nun Schluss mit dem Wetterbericht.

Stellplatz ist wieder die Schule - kennen wir schon vom vergangenen Jahr. Ich bin auch nicht der einzige Verrückte an diesem Tag, ich finde noch einen Parkplatz auf dem Schulgelände.

„Kleines Besteck“ mitnehmen (Geld für die Anmeldung) und dann hole ich mir meine Startnummer ab. Und da sind sie schon wieder, die bekannten Gesichter - Sabine, Karl-Heinz, Norbert, Jens, Dietmar, Heinz und Volkhard soll schon auf der großen Runde sein. Ich bin also nicht der einzige hier - ist ja auch kein Branitzer Parklauf in einer 100000 Einwohner-Stadt -chrrrr, wo nur ein einziger Nordic Walker am Start war.

Die Startvorbereitung ist schnell abgeschlossen. Wir warten auf den Bus, der uns zum Start bringen muss - kommt nicht. Uns wird ganz kurz mitgeteilt: Start und Ziel ist in diesem Jahr verlegt, wir starten am neuen zukünftigen Stadthafen, kommen dort auch wieder an. Also wird dorthin gelaufen – 1km zusätzlich, aber außerhalb der Wertung. Der Rückweg nach dem Zieleinlauf wird in der umgekehrten Reihenfolge ablaufen. Optimal ist das nicht, aber die Organisatoren laufen eben nicht mit.

Der Bus steht schon da, wir steigen ein und absolvieren die erste halbe Runde motorisiert. Am Wassersportzentrum auf der anderen Seite des Sees steigen wir wieder aus. Na ja, so um die -8 Grad werden es wohl auch noch sein. Also Finger, Hals und Ohren schützen und dann geht es auch schon los. Wie üblich, starten die Läufer zuerst und wir Walker hängen uns hinten dran. Es wird ein Lauf der „Individualisten“ - jeder walkt für sich. Der Eine braucht noch die Punkte, der Zweite will wieder schnell nachhause und der Dritte läuft eben zum Jahresabschluss noch einmal mit. Warm wird auf alle Fälle jedem von uns. Karl-Heinz mutiert vom Nordic zum gewöhnlichen Walker, ein Stock gibt seinen Geist auf. Vielleicht sind seine Lekis doch nicht so frostsicher J. Wer nicht so schnell läuft , hat auch noch genügend Zeit für die Schönheiten dieses Tages an der Strecke.

Fotografieren ist aber nicht - Stöcke ab, Handschuh aus, Foto und alles wieder rückwärts würde zu viel Zeit kosten. Und sooo langsam will ich auch wieder nicht sein. Trotzdem - der Blick für rechts und links von der Strecke bleibt. Den Versorgungspunkt unterwegs lass ich aus. Auf einer so kurzen Strecke ist das nicht notwendig. Obwohl – den „Schuss“ im Tee könnte man mitnehmen. Mach ich aber nicht. So geht es eben ohne weiter. Und dann ist das Ziel erreicht. Meine Zeit? - na ja, berauschend ist sie nicht.

Die fleißigen Helfer reichen uns sofort wieder eine Folie, damit wir warm bleiben.

Der Lauf ist vorbei, wir sind erhitzt, der Platz ist frei, der Wind kann agieren (heute nicht) - alles Bedingungen, um sich eine Grippe einzuhandeln. Und dem will man hier vorbeugen. Ein Danke dafür. Der Tee ist zwischen heiß und warm, also sofort und gut trinkbar. Der Kuchen schmeckt, nicht nur ein Stück.

Glühwein muss ich mir verkneifen, muss ja noch nachhause fahren. Die Urkunde wird abgeholt und dann im schnellen Tempo zurück zur Schule. Hier wartet dann die heiße Dusche. Eine kurze Verabschiedung von denen, die noch hier sind und dann ab nachhause.

 

Fazit des Tages:

Es war ein schöner Lauf zum Jahresabschluss, für mich jedenfalls. Meine Meinung über die letzte Wertung am Neujahrstag, mittags, habe ich nicht geändert. Ich wiederhole noch einmal - solche Läufe haben regional begrenzt ihre Berechtigung, sollten aber keine Wertungsläufe sein.

Den Organisatoren und Helfern dieses Laufes ein Dankeschön. Vielleicht fragt man einmal die Läufer und Walker nach ihrer Meinung über die Helfer auch solcher kleiner Läufe und vergisst sie einmal nicht bei der Jahresauswertung.

 

 

Damit enden meine Berichte der Laufserie des Jahres 2012

 

 

 

 

Ich wünsche allen Walkerinnen und Walkern

frohe und besinnliche Feiertage,

einen erfolgreichen Jahresabschluss,

alles Gute, Gesundheit

und immer eine flotte Sohle

für das kommende Jahr 2013

 

Wolfgang

 

 

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Jahresrückblick 2012 bei „Walkers“

 

Es war das Jahr der 20 Läufe.

 

330,2 km standen uns als Laufstrecke zur Verfügung.

 

Von den Nordic Walkern und Nur-Walkern wurden 9302 km absolviert.

Und dann behaupten immer noch Verantwortliche und Organisatoren, Nordic Walking sei kein Sport und verweigern uns die Teilnahme an Laufveranstaltungen.

 

Es haben 414 Walkerinnen und 141 Walker teilgenommen = 555 Walker/Nordic Walker gesamt.

 

Die höchste Teilnahme hatte der „Spreewaldmarathon“ zu verzeichnen. Aber auch der „Schneeglöckchenlauf“ und der „Frostwiesenlauf“ waren nicht schwach besetzt.

 

Die Teilnahme an den Läufen sieht folgendermaßen aus (m/w):

  • 15 (2/0)

  • 14 (2/0)

  • 12 (1/0)

  • 11 (1/1)

  • 10 (1/0)

  • 9 ( 1/0)

  • 8 (2/2)

  • 7 (1/0)

  • 6 (2/3)

  • 5 (2/2)

  • 4 (2/2)

  • 3 (8/13)

Der Rest verteilt sich auf die Teilnahme an 1 bzw. 2 Läufen.

 

Es gab aber auch Läufe mit nur 3 Startern, oder außerhalb der Walking-Serie mit nur 1 Nordic Walker. Deshalb hat man ihn dort bei den Läufern !?!?!? mitgewertet (Platz 3 bei den Läufern !!). Aber bei der Siegerehrung war der Läufer dann wieder Walker und wurde nicht mit berücksichtigt. Diese Gedankengänge muss man erst einmal verstehen.

 

Angabe über die Höhe der gezahlten Startgelder liegen mir nicht vor - es müssen aber zu wenig gewesen sein. Es hat zumindest nicht für einen Blumenstrauß auf dem Siegertreppchen gereicht. Deshalb hat man das Siegertreppchen dann auch ganz wegrationalisiert. 2 Ausnahmen gab es dabei auch wieder - der „Erikasee-Lauf“ und der „Lauf um die Schafbergschanze“. Danke den Veranstaltern.

 

Petrus hatte auch meistens ein Einsehen mit uns. Bis auf ganz wenige Ausnahmen schickte er uns gutes Laufwetter. Wenn er sich einmal geirrt hatte, korrigierte er sich zumindest sofort.

 

Nun könnte ich ja schon richtig planen, wenn das Reglement für 2013 und die vollständige Planung vorliegen würde - aber leider.

Dabei werden die Einschränkungen bei der Anmeldung, gleichbedeutend mit Zahlung der Startgelder, auch schon ohne gültiges Reglement wirksam.

 

Also dann - auf ein Neues 2013.

 

(Der 20. Lauf am Neujahrstag ist bei der Teilnahme an Läufen nicht mit berücksichtigt)

 

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